Allensbach: Große Infrastrukturprojekte stoßen auf Akzeptanzprobleme

Das ist das Ergebnis einer Repräsentativbefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach zum Thema "Akzeptanzprobleme großer Infrastrukturprojekte" im Auftrag des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und des Bundesverbandes Baustoffe

ergab, dass die meisten Bundesbürger sind sich über die tatsächlich vorhandenen Engpässe in den deutschen Infrastrukturnetzen sowie über deren tatsächlichen Erhaltungszustand nicht im Klaren: 64 % der von Allensbach Befragten halten die Ausstattung der Republik mit Kraftwerken und Stromleitungen

für "gut" oder "sehr gut". Etwa 59 % fällen ein ähnliches Urteil über das Straßen- und Schienenwegenetz.

Vor diesem Hintergrund ist nicht verwunderlich, dass nur etwa jeder dritte Bundesbürger größere Maßnahmen zur Verbesserung und zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland für nötig hält. 58 % glauben, dass man es bei der Pflege und Reparatur des Bestandsnetzes belassen könne.

Dagegen ist sich der Bürger über die Notwendigkeit größerer Infrastrukturmaßnahmen im Bereich der Energieversorgung bewusst: 49 % aller Befragten glauben, dass im Zuge der Energiewende größere Maßnahmen zum Ausbau der Energieversorgung notwendig werden könnten. Etwa ein Drittel der Befragten sieht aber auch hier nur einen Pflege- und Reparaturbedarf.

In ihrer eigenen Umgebung wollen die Bundesbürger jedoch nur ganz bestimmte Infrastrukturmaßnahmen dulden: Dazu gehört der Bau bzw. Ausbau von Kindergärten und Schulen (89 %), der Bau bzw. die Modernisierung von Krankenhäusern und Gesundheitszentren (88 %) und der Bau von Energieversorgungsanlagen für erneuerbare Energien (79 %). Für die Straßenbauindustrie erfreulich ist, dass auch die Erneuerung bzw. der Ausbau des Straßennetzes und der Bau von Umgehungsstraßen (70 bzw. 66 %) überwiegend befürwortet werden. Dagegen sind die Bürger nicht bereit, in ihrer Umgebung den Bau von Kohlekraftwerken (81 %), von Flughäfen (77 %) und Müllentsorgungsanlagen (70 %) zu akzeptieren. Verhältnismäßig wenig Akzeptanz findet auch der Bau bzw. die Erneuerung von Energietrassen (51 % Ablehnung) - und das obwohl die Bürger zu 79 % den Ausbau der erneuerbaren Energien befürworten.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass 68 % der Bevölkerung Verständnis für Proteste gegen große Infrastrukturvorhaben äußern, auch wenn diese bereits die ordentlichen Genehmigungsverfahren durchlaufen haben. Besonders hoch ist das Verständnis für Versuche, den Bau von Hochspannungsleitungen zu verhindern (83 %) - und zwar selbst dann, wenn diese Leitungen Ökostrom transportieren und von der Mehrheit befürwortet werden (76 %).

Grafiken:

 

Weitere Themen in diesem Bereich:

  • Werte schaffen.
  • Werte erhalten.
  • Bauen gestaltet Zukunft.