Bauausgaben der Gebietskörperschaften 2011

Die Gebietskörperschaften haben laut Kassenstatistik des Statistischen Bundesamtes 2011 rund 33,2 Mrd. Euro für Baumaßnahmen ausgegeben, das waren 1,4 % weniger als im Vorjahr. Insbesondere die Kommunen haben 2011 ihre Ausgaben für Baumaßnahmen zurückgefahren und zwar um 4,9 % auf 18,8 Mrd. Euro. Die Bedeutung der Gemeinden als Auftraggeber für die Bauwirtschaft ist zwar zurückgegangen, mit einem Anteil von 57 % an den gesamten öffentlichen Bauausgaben entfällt aber immer noch mehr als die Hälfte auf sie. Somit konnte auch der Anstieg bei den Ländern um 7,9 % auf 7,4 Mrd. Euro den Rückgang bei den Gemeinden nicht ausgleichen. Hinzu kommt, dass auch der Bund seine Ausgaben für Baumaßnahmen um 0,7 % auf 7,0 Mrd. Euro reduziert hat.

Es ist davon auszugehen, dass der Rückgang der Bauausgaben vor allem zu Lasten der kleineren Betriebe des Ausbaugewerbes gegangen ist, da die Umsätze des Bauhauptgewerbes im Öffentlichen Bau - im Gegensatz zu den Bauausgaben – gestiegen sind und zwar um 5,8 %.

Nach einem positiven Jahresstart 2011 entwickelten sich die Bauausgaben im Laufe des Jahres negativ. Während die Gebietskörperschaften in der ersten Jahreshälfte 5,2 % mehr in die gesamte öffentliche Infrastruktur investiert haben (12,4 Mrd. Euro), haben sie ihre Ausgaben für Baumaßnahmen in der zweiten Jahreshälfte um 5,0 % auf 20,8 Mrd. Euro reduziert. Im vierten Quartal sind die Bauausgaben regelrecht eingebrochen (- 6,4 %). Bund und Gemeinden stiegen gleichermaßen auf die Investitionsbremse (- 10,3 % bzw. - 9,8 %).

Für 2012 muss mit einen weiteren Rückgang der gesamten Bauausgaben gerechnet werden. Davon könnten nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme alle Gebietskörperschaften betroffen sein. Der Deutsche Städtetag geht in seiner Prognose vom Februar 2012 für das laufende Jahr von einem Rückgang der kommunalen Ausgaben für Baumaßnahmen von 2,8 Mrd. Euro aus. Der zu erwartende Anstieg bei den Personalausgaben aufgrund der ausgehandelten Lohnerhöhung im Öffentlichen Dienst wird den Spielraum für Investitionen weiter einschränken.

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