Bauunternehmer leiden unter schlechter Zahlungsmoral der öffentlichen Hand

Im Unterschied zur Gesamtwirtschaft hat sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber in der Bauwirtschaft im Frühjahr 2012 stark verschlechtert. Insbesondere die größeren Bauunternehmen mit mehr als 51 Mitarbeitern müssen länger auf die Rechnungsbegleichung warten. Dies ergab die Auswertung der Frühjahrs-Umfrage der Creditreform unter 680 Unternehmen der Bauwirtschaft. Nachfolgend werden die Ergebnisse einer Sonderauswertung für den Hauptverband zum Zahlungsverhalten der Auftraggeber in der Bauwirtschaft dargestellt.

Vergleichsweise schnell erhalten die Bauunternehmen von den privaten Auftraggebern ihr Geld. Die gute konjunkturelle Lage der Gesamtwirtschaft scheint sich positiv auf das Zahlungsverhalten auszuwirken. 89 Prozent der Befragten gaben an, dass Rechnungen spätestens 30 Tage nach Lieferung bezahlt werden. Damit hat sich das gute Ergebnis der Vorjahresumfrage sogar noch leicht verbessert (88 Prozent). Es gibt unter den Auftraggebern der Bauwirtschaft sogar mehr pünktliche Zahler als in den übrigen Branchen: Über alle Wirtschaftszweige gaben nur 83 Prozent eine fristgerechte Begleichung ihrer Rechnungen an (Frühjahr 2011: 84 Prozent).

Dagegen hat sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber der Bauwirtschaft deutlich verschlechtert. Die Umfrage der Creditreform ergab, dass sich im April dieses Jahres nur 62 Prozent der Befragten über die fristgerechte Begleichung der Rechnungen durch ihre öffentlichen Kunden freuen konnten. Im vergangenen Jahr meldeten dies noch 69 Prozent. 38 Prozent mussten somit länger als 30 Tage auf die Bezahlung der offenen Forderungen warten. Hinzu kommt, dass die Zahlungsmoral der Öffentlichen Hand mit der Größe des beauftragten Bauunternehmens abnimmt: Während 63 Prozent der befragten Kleinunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten eine fristgerechte Bezahlung meldeten, gaben dies von den Unternehmen mit mehr als 51 Beschäftigten nur 54 Prozent an.

Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt hat sich die Zahlungsmoral der Öffentlichen Hand hingegen verbessert: 71 Prozent meldeten eine fristgerechte Begleichung der Rechnungen durch die Gebietskörperschaften; im Vorjahr meldeten dies nur knapp 68 Prozent.

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