Bauwirtschaft: Klimaindikator erreicht neuen Spitzenwert

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe im Februar zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Klimaindikator stieg auf 6,9 Prozentpunkte, der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Mit ihrer aktuellen Geschäftssituation waren die befragten Unternehmen zufriedener als im Januar. Die Geschäftserwartungen verbesserten sich zudem spürbar; noch nie blickten die Baufirmen des wiedervereinigten Deutschlands so optimistisch in die nahe Zukunft. Nach den Angaben der Unternehmen wurde die Bautätigkeit im Vormonat vielerorts durch die ungünstige  Witterung beeinträchtigt. So meldeten 77 % der Testteilnehmer (Januar: 52%) wetterbedingte Behinderungen. Ähnlich wie im Vormonat bzw. vor Jahresfrist klagte rund ein Fünftel der Firmen über Auftragsmangel. Andere Behinderungsgründe wurden so gut wie nie genannt.

Im Februar wurden mehrere Sonderfragen gestellt. So gaben die befragten Firmen zum einen an, dass von ihrem Jahresumsatz 2012 knapp ein Viertel auf Subunternehmerleistungen entfiel. Davon wurden 40 % von Firmen des Bauhauptgewerbes und 18 % von Ausbaufirmen erbracht. Für 19 % der weitervergebenen Arbeiten zeichneten sich Transportunternehmen verantwortlich. 7 % der Subunternehmerleistungen hatten das Biegen und Verlegen von Betonstahl und 5 % Schalungsarbeiten bzw. Gerüstbau zum Inhalt.


Zum anderen berichteten die befragten Unternehmen davon, dass rund 12 % ihrer gesamten Jahresproduktion 2012 noch nicht als Umsatz an die amtliche Statistik gemeldet worden ist. Überdies entfielen nach Firmenangaben gut 41 % des Vorjahresumsatzes auf Baustellen im eigenen Stadt- oder Landkreis. Knapp 36 % der Arbeiten wurden in anderen Land kreisen des eigenen Bundeslandes, 21 % in anderen Bundesländern sowie gut 1 % im Ausland durchgeführt.

Im Hochbau wurde die Geschäftslage günstiger bewertet als im Januar. Lediglich im gewerblichen Hochbau  fielen die Urteile zurückhaltender aus. Im Gegensatz dazu haben sich die Geschäftsperspektiven in allen drei Teilsparten sichtlich verbessert. Der Geschäftsklimaindikator sowohl für den Wohnungsbau, als auch für den gewerblichen und den öffentlichen Hochbau kletterte jeweils auf einen neuen gesamtdeutschen Höchstwert. Die Auslastung der Gerätekapazitäten verharrte bei 72 %, wodurch der Vorjahreswert leicht übertroffen wurde. Vier Fünftel der Testteilnehmer meldeten Behinderungen bei der Ausführung ihrer Bauaufträge, 71 % wegen ungünstiger Witterungseinflüsse. Über Auftragsmangel klagte rund ein Fünftel - und damit ähnlich viele wie vor einem Jahr.

Auch im Tiefbau verbesserte sich das Geschäftsklima weiter und lag - bezogen auf den Zeitraum seit 1991 - auf Rekordniveau. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Lage weniger zurückhaltend als im Januar; hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung äußerten sie sich überdies merklich zuversichtlicher. Das Ausmaß witterungsbedingter Behinderungen hat im Vormonat spürbar zugenommen. So nahm der entsprechende Umfragewert von 65 % auf 86 % zu. Ferner klagte wie vor einem Jahr fast ein Viertel der Tiefbaufirmen über Auftragsmangel. Der Ausnutzungsgrad des Maschinenparks erhöhte sich sprunghaft von 68 % auf 73 %. Die Geräteauslastung war damit ähnlich hoch wie vor Jahresfrist.

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