DIHK: Aktuelle Konjunkturumfrage - Bauunternehmen blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage in der Broschüre „Wirtschaftslage und Erwartungen, Jahresbeginn 2013“ vorgelegt. Grundlage für die Ergebnisse sind Befragungen bei über 28.000 Mitgliedsunternehmen, davon 1.800 aus der Bauwirtschaft. Die Umfrage fand von Mitte Dezember 2012 bis Ende Januar 2013 statt. Nachfolgend werden die Ergebnisse einer Sonderauswertung für die Bauwirtschaft dargestellt.

Geschäftslage

Die Einschätzung der Geschäftslage hat sich Anfang dieses Jahres aufgrund des frühen und hefti­gen Wintereinbruchs leicht eingetrübt: Der Saldo aus „gut“- und „schlecht“-Meldungen ist um acht Punkte auf plus 29 gesunken. Während das Ausbaugewerbe weniger stark betroffen ist (neuer Saldo: plus 34 Punkte), sieht sich der Tiefbau in einer merklich schlechteren Lage (aktueller Saldo: plus 15 Punkte). Die Verschlechterung der Lage scheint aber überwiegend auf die Witterung zurückzuführen zu sein: Gegenüber dem Jahresbeginn 2012 gab der Saldo nur um drei Punkte nach. Die Lagebewertung war damals mit 32 Punkten die beste zu Jahresbeginn seit 20 Jahren. Insgesamt bewerteten zum Jahreswechsel knapp 40 % der befragten Bauunternehmen die aktuelle Geschäftslage als „gut“, mehr als die Hälfte waren „zufrieden“, nur jedes zehnte Bauunternehmen bewertete die eigene Geschäftslage als „schlecht“.

Geschäftserwartungen

Dass die leichte Lageverschlechterung nur vorübergehend ist, darauf deutet die Entwicklung der Geschäftserwartungen hin: Der Saldo aus „besser“- und „schlechter“-Meldungen hat sich um fünf Punkte auf minus fünf verbessert. Insgesamt erwarten 82 % der befragten Bauunternehmen in den kommenden 12 Monaten eine „Verbesserung“ (13 %) bzw. „gleich bleibende“ (69 %) Geschäftslage; in der Vorumfrage gaben dies nur 78 % der Befragten an. Lediglich 18 % erwarten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Besonders optimistisch sind die Hochbauunternehmen: Der Erwartungssaldo verbesserte sich um sieben auf minus einen Punkt. Auch die Unternehmen, die im Ausbaugewerbe tätig sind, schauen positiv in die Zukunft: Der Erwartungssaldo verbesserte sich um vier Punkte auf minus vier. Demgegenüber blieben die Unternehmen des Tiefbaus per Saldo pessimistisch: Der Erwartungssaldo liegt mit minus 14 Punkten immer noch weit im negativen Bereich.

Konjunkturrisiken

Seit nunmehr zwei Jahren stellen aus Sicht der Bauunternehmen die Energie- und Rohstoffpreise die größte Gefahr für die eigene wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten dar – 58 % der befragten Bauunternehmen sehen dieses Risiko als Haupthemmnis. Allerdings hat dieses Geschäftsrisiko angesichts nachgebender Weltmarktpreise etwas an Gewicht verloren (Vorumfrage: 61 %). Etwas an Bedeutung gewonnen hat hingegen der Risikofaktor Inlandsnachfrage (50 % nach 48 % in der Vorumfrage) - im Hinblick auf die zunehmend unsicherere gesamtwirtschaftliche Lage nicht verwunderlich. Dabei ist die Bauwirtschaft der einzige Wirtschaftzweig, der in der Entwicklung der Inlandsnachfrage ein größeres Geschäftsrisiko sieht als in der Vorumfrage. Insbesondere die Hochbauunternehmen schauen mit Skepsis auf die Entwicklung der Inlandsnachfrage: 54 % der Befragten sehen hierin ein Risiko für Ihr Unternehmen.

Aber auch die Arbeitskosten haben an Bedeutung gewonnen: 44 % der befragten Bauunternehmen sehen hierin ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens; im Herbst gaben dies lediglich 39 % der Befragten an. Hier scheint die Forderung der IG Bau nach einer Lohnerhöhung von 6,6 %, die schon im Vorfeld der Tarifverhandlungen 2013 Anfang des Jahres laut wurde, Befürchtungen auszulösen. Der Fachkräftemangel scheint hingegen nicht mehr von so großer Bedeutung zu sein: Die Risikoeinschätzung der Bauunternehmen hinsichtlich des Fachkräftemangels ist gesunken - und zwar um fünf auf 42 %. Die Sorge nimmt allerdings weiterhin mit der Größe des Bauunternehmens zu: Während 39 % der Kleinunternehmen mit 1 bis 19 Beschäftigten im Fachkräftemangel ein Risiko sehen, geben dies 48 % der größeren Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten an.

Investitionsabsichten der Industrie

Gerade bei den Investitionsabsichten zeigt sich weiterhin die tiefe Verunsicherung der Wirtschaft: Obwohl sich die Geschäfterwartungen der Industrie deutlich aufgehellt haben (Verbesserung des Lagesaldos um 11 auf plus 2 Punkte), lässt die Industrie - im Durchschnitt - ihre Investitionsbudgets im Vergleich zur Vorumfrage unverändert (Saldo: plus zwei Punkte). Innerhalb der Branchen ist das Bild laut DIHK aber uneinheitlich: Während die Gebrauchsgüterhersteller die Investitionsbudgets weiter zusammenstreichen, planen die Verbrauchsgüterhersteller und die Pharmazeutische Industrie wieder expansiver als im Herbst vergangenen Jahres. Demgegenüber planen die Metallerzeuger und –bearbeiter wieder vorsichtiger.

Hauptmotiv der Industrieunternehmen für Investitionen bleibt der Ersatz von Anlagen: Mit 61 % der Meldungen ist es gegenüber der Herbstumfrage unverändert (Mehrfachnennungen möglich). Das Motiv „Rationalisierung“ hat im Vergleich zum Herbst 2012 leicht an Bedeutung gewonnen: Der Anteil stieg von 46 auf 47 %. Demgegenüber hat die Kapazitätsausweitung als Motiv für die Investitionen weiter an Bedeutung verloren (von 29 auf 28 %).

Beschäftigungsabsichten

Der abnehmende konjunkturelle Schwung berührt auch die Beschäftigungspläne der Bauunternehmen: Der Beschäftigungssaldo aus „Ausweitung“- und „Einschränkung“-Meldungen der Bauunternehmen ist das dritte Mal in Folge gesunken und liegt nun bei minus 4 Punkten. Nur noch jedes zehnte Bauunternehmen plant, seinen Personalbestand auszuweiten; 14 % befürchten, ihren Personalbestand verringern zu müssen. Positiv zu bewerten ist allerdings, dass der überwiegende Teil der befragten Bauunternehmen seinen Personalbestand halten möchte (76 %).

Anlage 1 - Anlage 2

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