DIHK-Konjunkturumfrage: Sehr guter Jahresstart

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage vorgelegt. Grundlage sind Befragungen bei über 27.000 Mitgliedsunternehmen, davon 1.800 aus der Bauwirtschaft. Die Umfrage fand von Mitte Dezember 2013 bis Mitte Januar 2014 statt. Nachfolgend werden die Ergebnisse einer Sonderauswertung für die Bauwirtschaft dargestellt (Daten und Grafiken siehe Anlage).

Geschäftslage
Der Start in das neue Jahr ist gelungen: Die Bauunternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie in keiner bisherigen Umfrage zu Beginn des Jahres. 47 % der befragten Unternehmen bewerten ihre Lage als „gut“, nur 6 % als „schlecht“. Der Saldo liegt nicht nur mit 41 Punkten deutlich über der - witterungsbedingt schlechten - Vorjahresumfrage im Februar 2013 mit 29 Punkten, sondern auch über den Ergebnissen der anderen Wirtschaftszweige. Hinzu kommt, dass die leichte Verschlechterung gegenüber der Vorumfrage im Herbst 2013 von zwei Punkten vergleichsweise gering ausfällt. Neben der nach wie vor guten Auftragslage trug auch der milde Winter dazu bei, dass die Bautätigkeit nicht ins Stocken geraten ist. Sowohl im Hochbau als auch im traditionell skeptischen Tiefbau liegen die Lageurteile höher als im Schnitt der Gesamtwirtschaft.
Von dieser Entwicklung partizipieren mittlerweile auch die größeren Baubetriebe: Der Geschäftslagesaldo der Betriebe mit mehr als 200 Beschäftigten liegt mit 42 Punkten weit über dem Wert der Vorumfrage mit 33 Punkten.

Geschäftserwartungen
Die Bauunternehmen sind für die Jahreszeit ungewöhnlich optimistisch: Der Saldo aus „besser“- und „schlechter“-Meldungen liegt bei plus sieben Punkten. Laut DIHK ist das der höchste Wert zu Beginn eines Jahres seit 20 Jahren. Im Herbst lag der Saldo noch bei einem Punkt, zu Jahresbeginn 2013 hatte der Wert sogar noch bei minus fünf Punkten gelegen. Gegenüber dem Vorjahr gewinnen alle Sparten dieses Wirtschaftszweiges an Optimismus. Insbesondere der Tiefbau hat kräftig zugelegt: Der Saldo stieg um 21 auf sieben Punkte. Der DIHK führt diese Entwicklung auf die Ankündigung der Erhöhung der Verkehrsinvestitionen zurück. Insgesamt rechnen 89 % der befragten Bauunternehmen in den kommenden 12 Monaten mit einer „Verbesserung“ (18 %) bzw. „gleich bleibenden“ (71 %) Geschäftslage. Lediglich jedes zehnte Unternehmen erwartet eine Verschlechterung.
Besonders optimistisch sind die größeren Baubetriebe mit mehr als 200 Beschäftigten: Der Erwartungssaldo liegt bei plus 17 Punkten und damit über dem Ergebnis der Vorjahresumfrage (- 10 Punkte) und sogar noch über der überdurchschnittlich guten Vorumfrage im Herbst (11 Punkte).

Konjunkturrisiken
Das größte Konjunkturrisiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten ist aus Sicht der Bauunternehmen der Fachkräftemangel - 54 % der befragten Bauunternehmen sahen darin zu Jahresbeginn das Hauptrisiko. Im Vergleich zur Herbstumfrage hat dieses Geschäftsrisiko weiter an Gewicht gewonnen. Die Bauunternehmen scheinen überdurchschnittlich stark von dem Risiko betroffen zu sein: Im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige gaben dies nur 37 % der Befragten an, in der Industrie sogar nur 29 %. Insbesondere die mittelständischen Baubetriebe sind verunsichert: 60 % der Betriebe mit 20 bis 199 Beschäftigten sehen im Fachkräftemangel ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Entsprechend hat auch die Risikoeinschätzung hinsichtlich der Arbeitskosten wieder an Bedeutung gewonnen: Der Anteil der Bauunternehmen, die hierin ein Risiko sehen ist von 46 auf 50 % gestiegen. Die Bauunternehmen scheinen eine weitere Tariflohnerhöhung im laufenden Jahr zu befürchten. An zweiter Stelle - mit abnehmender Tendenz - steht das Konjunkturrisiko der Energie- und Rohstoffpreise: Jedes zweite befragte Bauunternehmen sah darin zu Jahresbeginn das Hauptrisiko. Im Vergleich zur Herbstumfrage hat dieses Geschäftsrisiko wieder an Gewicht verloren (Vorumfrage: 54 %). Demgegenüber hat - aufgrund der Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage - die Risikoeinschätzung hinsichtlich der Inlandsnachfrage im Vergleich zur Vorumfrage weiter an Bedeutung verloren (von 43 % auf 40 %).

Investitionsabsichten der Industrie
Die Industrie will ihre Investitionsbudgets zu Jahresbeginn 2014 stärker hochfahren als die anderen Wirtschaftszweige: Der Saldo aus „höhere“ und „geringere“ Investitionen stieg von 8 auf 12 Punkte - der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt liegt bei 10 Punkten. Zuversichtlichere Geschäftserwartungen - der Geschäftserwartungssaldo der Industrie ist von Herbst 2013 bis zum Jahresbeginn 2014 um 10 auf 24 Punkte gestiegen - veranlassen viele Unternehmen zu expansiveren Investitionsplänen.
Im Baugewerbe zeigt sich zu Jahresbeginn 2014 - laut DIHK - eine saisonal ungewöhnliche Belebung der Investitionspläne: Der Investitionssaldo hat sich seit Herbst 2012 stetig verbessert und lag Anfang dieses Jahres bei minus eins: Nur noch 15 % der befragten Bauunternehmen planen, ihre Investitionen im laufenden Jahr zu verringern, 14 % planen höhere und 71 % gleichbleibende Investitionen. Das Hauptmotiv für Investitionen ist aber weiterhin der „Ersatzbedarf“: 80 % der Bauunternehmen gaben dies als Motiv an. Dagegen plant nur jedes fünfte Unternehmen seine „Kapazitäten zu erweitern“ (Mehrfachnennungen möglich).
Bei den Industrieunternehmen gibt hingegen jedes dritte Unternehmen als Motiv für Investitionen die „Kapazitätsausweitung“ an. Das Motiv des „Ersatzbedarfs“ steht zwar nach wie vor an erster Stelle: Mit 63 % der Meldungen ist die Bedeutung aber nicht so hoch wie im Baugewerbe. Nach wie vor an zweiter Stelle steht das Motiv „Rationalisierung“: Der Anteil liegt unverändert bei 46 %. An dritter Stelle steht das „Innovationsmotiv“: 38 % der Industrieunternehmen gaben dieses Motiv an.

Beschäftigungsabsichten
Die positiven Geschäftserwartungen der Bauunternehmen beeinflussen auch deren Beschäftigungspläne für die kommenden 12 Monate: Der Beschäftigungssaldo aus „Ausweitung“- und „Einschränkung“-Meldungen der Bauunternehmen fällt - das dritte Mal in Folge - positiv aus (plus drei Punkte). Nur noch 9 % der Bauunternehmen planen, ihren Personalbestand zu verringern; 12 % beabsichtigen ihren Personalbestand zu erhöhen. Der überwiegende Teil der befragten Bauunternehmen möchte seinen Personalbestand halten (79 %). Laut DIHK plant das Baugewerbe seine Beschäftigungsabsichten insgesamt zu Jahresbeginn so expansiv wie noch nie zu Beginn eines Jahres.

Tabellen - Grafiken

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