DIHK-Konjunkturumfrage: Ungebrochener Optimismus für 2014

Der Optimismus der Bauunternehmen ist ungebrochen: 91 % der Befragten erwarten für 2014 eine bessere bzw. gleichbleibend gute Geschäftslage. Dies ergab eine Umfrage des DIHK unter 1.600 Bauunternehmen. Der zunehmende Fachkräftemangel bereitet der Branche aber nach wie vor Sorgen.

Geschäftslage
In der Bauwirtschaft folgt auf einen herausragenden Jahreseinstieg ein ausgesprochen guter Frühsommer. Allerdings fällt - aufgrund des witterungsbedingten guten Jahresstarts - der sonst übliche Nachholeffekt in diesem Frühling weitgehend aus: Der Lagesaldo kann den außergewöhnlich hohen Vorumfragewert (41 Punkte) zwar nicht halten, mit 37 Punkten erreicht er aber einen Frühsommer-Bestwert und liegt weiterhin höher als in den anderen Sektoren (Gesamtwirtschaft: + 33 Punkte). Den Vorjahreswert übertrifft der Saldo sogar um 16 Punkte. 45 % der befragten Unternehmen bewerten ihre Lage als „gut“, 47 % als befriedigend und nur 8 % als „schlecht“. Zwischen den Betriebsgrößenklassen gibt es keine wesentlichen Unterschiede.

Geschäftserwartungen
Die Bauunternehmen sehen weiterhin guten Geschäften entgegen: Der Saldo aus „besser“- und „schlechter“ -Meldungen liegt bei plus 13 Punkten (Vorumfrage: 7 Punkte). Insgesamt rechnen 91 % der befragten Bauunternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einer „Verbesserung“ (22 %) bzw. „gleich bleibenden“ (69 %) Geschäftslage. Lediglich 9 % der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung. Der Geschäftslagesaldo fällt zwar bei allen Betriebsgrößenklassen nahezu gleich gut aus, im Gegensatz zu den kleinen (1-19 Beschäftigten) und mittleren (20-199 Beschäftigten) Betrieben hat sich der Erwartungssaldo bei den größeren Betrieben mit 200 und mehr Beschäftigten im Vergleich zur Vorumfrage verschlechtert - und zwar von 17 auf 12 Punkte. Laut DIHK bleibt beim Wohnungsbau die positive Einkommensentwicklung und das Anhalten der Niedrigzinsphase ausschlaggebend für die guten Geschäftserwartungen in der Bauwirtschaft, wobei die Suche nach stabilen Vermögenswerten Hand in Hand mit dem günstigen Finanzierungsumfeld geht.

Neben dem ungebrochen positiven Trend im Wirtschaftsbau steht lt. DIHK inzwischen auch eine Aufhellung beim Öffentlichen Bau an. Der stark von staatlichen Investitionen abhängige, traditionell äußerst skeptische Tiefbau ist so optimistisch wie in keiner vorherigen Befragung (Durchschnitt seit 2003: minus 14 Punkte; aktuell Anstieg des Saldos um sechs auf 13 Punkte). Hier machen nach Meinung des DIHK die Signale der Bundesregierung und auch der Kommunen Hoffnung, mehr Mittel für Projekte zur Verfügung stellen zu wollen.

Konjunkturrisiken
Das größte Konjunkturrisiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten ist aus Sicht der Bauunternehmen nach wie vor der - Fachkräftemangel 53 % der befragten Bauunternehmen sahen darin im Frühsommer das Hauptrisiko (Mehrfachnennungen möglich). Die Bauunternehmen scheinen überdurchschnittlich stark von dem Risiko betroffen zu sein: Im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige gaben dies nur 38 % der Befragten an, in der Industrie sogar nur 31 %. Insbesondere die größeren Baubetriebe sind verunsichert: 64 % der Betriebe mit 200 und mehr Beschäftigten sehen im Fachkräftemangel ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Entsprechend steht die Risikoeinschätzung hinsichtlich der Arbeitskosten an zweiter Stelle: Der Anteil der Bauunternehmen, die hierin ein Risiko sehen, liegt bei 49 %, bei den größeren Betrieben bei 55 %. An dritter Stelle - weiterhin mit abnehmender Tendenz - steht das Risiko steigender Energie- und Rohstoffpreise (46 % der befragten Bauunternehmen). Aufgrund der Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage liegt das Risiko einer schwächelnden Inlandsnachfrage mit einem Anteil von 39 % an vierter Stelle, gleichauf mit der Unsicherheit über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen - im Gegensatz zu den übrigen Faktoren allerdings mit steigender Tendenz.

Investitionsabsichten der Industrie
Die Industrie will ihre Investitionsbudgets im Frühsommer 2014 stärker hochfahren als die anderen Wirtschaftszweige: Der Saldo aus „höhere“ und „ geringere“ Investitionen liegt bei 13 Punkten, der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt bei 11 Punkten. Zuversichtlichere Geschäftserwartungen - der Geschäftserwartungssaldo der Industrie erreicht 22 Punkte - veranlassen viele Unternehmen zu expansiveren Investitionsplänen. Jedes dritte Industrieunternehmen gibt als Motiv für Investitionen die „Kapazitätsausweitung“ an. Das Motiv des „Ersatzbedarfs“ steht zwar nach wie vor an erster Stelle: Mit 62 % der Meldungen ist die Bedeutung aber nicht so hoch wie im Baugewerbe (s. u.). Nach wie vor an zweiter Stelle steht das Motiv „Rationalisierung“: Der Anteil liegt bei 44 %. An dritter Stelle steht das „Innovationsmotiv“: 37 % der Industrieunternehmen gaben dieses Motiv an. Unter den Wirtschaftssektoren zeigt sich im Baugewerbe der stärkste Anstieg der Investitionsabsichten mit einem Zuwachs von fünf Punkten (neuer Saldo: vier Punkte). Nur noch 14 % der befragten Bauunternehmen planen, ihre Investitionen im laufenden Jahr zu verringern, 18 % planen höhere und 68 % gleichbleibende Investitionen. Die Branche meldet im Frühsommer traditionell etwas höhere Investitionspläne. Der Bau hat zuletzt von den günstigen Witterungsbedingungen der vergangenen Monate profitiert, vor allem aber von der gestiegenen Nachfrage nach Wohnimmobilien und den derzeit günstigen Bedingungen für Immobilienfinanzierungen. Das Hauptmotiv für Investitionen ist aber weiterhin der „Ersatzbedarf“: 80 % der Bauunternehmen gaben dies als Motiv an. Dagegen planen nur 18 % ihre „Kapazitäten zu erweitern“ (Mehrfachnennungen möglich). Die erhöhte Investitionsbereitschaft erfasst alle Bereiche: Nicht nur im Hochbau (Anstieg um vier auf fünf Punkte), sondern auch im traditionell vorsichtigeren Tiefbau planen die Betriebe expansiver (Anstieg um fünf auf einen Punkt). Das unterstreicht lt. DIHK die Zuversicht der Betriebe, dass sich zunehmend auch der Öffentliche Bau wieder besser entwickeln wird.

Beschäftigungsabsichten
Die positiven Geschäftserwartungen der Bauunternehmen beeinflussen auch deren Beschäftigungspläne für die kommenden zwölf Monate: Der Beschäftigungssaldo aus „Ausweitung“- und „Einschränkung“-Meldungen der Bauunternehmen fällt positiv aus (plus ein Punkt). Nur noch jedes zehnte Bauunternehmen plant, seinen Personalbestand zu verringern; 12 % beabsichtigen, ihren Personalbestand zu erhöhen. Der überwiegende Teil der befragten Bauunternehmen möchte seinen Personalbestand halten (77 %).

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