DIHK-Umfrage: Die Zuversicht in der Bauwirtschaft steigt

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage in der Broschüre „Wirtschaftslage und Erwartungen, Frühsommer 2013“ vorgelegt. Grundlage sind Befragungen bei über 24.000 Mitgliedsunternehmen, davon 1.700 aus der Bauwirtschaft. Die Umfrage fand von Anfang bis Ende April 2013 statt.

Nachfolgend werden die Ergebnisse einer Sonderauswertung für die Bauwirtschaft dargestellt (Daten und Grafiken siehe Anlage).

Geschäftslage

Die Einschätzung der Geschäftslage hat sich im April dieses Jahres aufgrund des langen und heftigen Winters weiter eingetrübt. Dies ist aber überwiegend auf die Witterung zurückzuführen: Im ersten Quartal beklagten 70 % der im Rahmen des ifo Konjunkturtest befragten Bauunternehmen eine witterungsbedingte Behinderung der Bautätigkeit; im Vorjahresquartal waren es nur 55 %. Der Saldo der Geschäftslage aus „gut“- und „schlecht“-Meldungen ist um acht Punkte auf plus 21 gesunken – und damit auf den schlechtesten Wert seit über zwei Jahren (Frühsommerumfrage: 33 Punkte). Insgesamt bewerteten im April 2013 36 % der befragten Bauunternehmen die aktuelle Geschäftslage als „gut“, knapp die Hälfte war „zufrieden“, 15 % der Bauunternehmen bezeichneten die Geschäftslage als „schlecht“.

Geschäftserwartungen

Dagegen haben sich die Zukunftserwartungen verbessert - erstmals seit den 80er Jahren ist die deutsche Bauwirtschaft optimistischer als alle anderen Branchen: Der Saldo aus „besser“- und „schlechter“-Meldungen ist um 16 Punkte auf plus 11 gestiegen. Insgesamt rechnen 88 % der befragten Bauunternehmen in den kommenden 12 Monaten mit einer „Verbesserung“ (23 %) bzw. „gleich bleibenden“ (65 %) Geschäftslage. Lediglich 12 % erwarten eine Verschlechterung. Laut DIHK fällt der Schub bei den Geschäftserwartungen deutlicher aus als saisonal üblich. Der ungewöhnlich lange Winter hat zu einem regelrechten Projektstau geführt, der nun abgearbeitet werden muss: Im Rahmen des ifo Konjunkturtest gaben die befragten Bauunternehmen im Mai für ihren Auftragsbestand eine durchschnittliche Reichweite von 3,3 Monaten an; das ist der mit Abstand höchste gesamtdeutsche Wert.

Besonders optimistisch sind die kleinen Baubetriebe mit 1 bis 19 Beschäftigten: Der Erwartungssaldo hat sich um 16 auf überdurchschnittliche 14 Punkte verbessert. Der Saldo der Betriebe mit 200 und mehr Beschäftigten hat sich zwar auch erhöht, die Verbesserung fällt mit plus 3 Punkten aber deutlich schwächer aus.

Konjunkturrisiken

Seit fast drei Jahren stellen aus Sicht der Bauunternehmen die Energie- und Rohstoffpreise die größte Gefahr für die eigene wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten dar – 53 % der befragten Bauunternehmen sahen darin im Frühjahr das Hauptrisiko. Allerdings hat dieses Geschäftsrisiko angesichts nachgebender Weltmarktpreise weiter an Gewicht verloren (Vorumfrage: 58 %). Trotz zunehmend unsicherer gesamtwirtschaftlicher Lage hat auch die Inlandsnachfrage im Vergleich zur Vorumfrage an Bedeutung verloren (von 50 % auf 45 %). Demgegenüber hat der Risikofaktor Fachkräftemangel – nach einer kurzen Winterpause – wieder an Bedeutung gewonnen: 48 % der befragten Bauunternehmen sehen hierin ein Geschäftsrisiko; zu Jahresbeginn gaben dies lediglich 42 % der Befragten an. Weiter zugelegt hat die Bedeutung der Arbeitskosten: Für 48 % Bauunternehmer scheint die aktuelle Tariflohnerhöhung von 3,2 % im Westen und 4,0 % im Osten ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens darzustellen (Vorumfrage: 44 %). Die Sorge nimmt mit der Größe des Bauunternehmens zu: Während 47 % der Kleinunternehmen mit 1 bis 19 Beschäftigten in den Arbeitskosten ein Risiko sehen, gaben dies 54 % der größeren Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten an.

Investitionsabsichten der Industrie

Gerade bei den Investitionsabsichten zeigt sich weiterhin die tiefe Verunsicherung der Wirtschaft: Obwohl sich die Geschäfterwartungen der Industrie deutlich aufgehellt haben (Verbesserung des Lagesaldos um 8 auf plus 10 Punkte), hält die Industrie - im Durchschnitt - ihre Investitionsbudgets im Vergleich zur Vorumfrage nahezu unverändert niedrig (Saldo: von plus zwei auf drei Punkte).

Hauptmotiv der Industrieunternehmen für Investitionen bleibt der Ersatz von Anlagen: Mit 62 % der Meldungen hat es gegenüber der Umfrage zu Jahresbeginn (61 %) leicht an Bedeutung gewonnen (Mehrfachnennungen möglich). Das Motiv „Rationalisierung“ blieb gegenüber Jahresbeginn mit einem Anteil von 47 % unverändert. Demgegenüber hat die Kapazitätsausweitung als Motiv für die Investitionen leicht an Bedeutung gewonnen (von 28 auf 30 %).

Beschäftigungsabsichten

Die positiven Geschäftserwartungen der Bauunternehmen beeinflussen auch deren Beschäftigungspläne für die kommenden 12 Monate: Der Beschäftigungssaldo aus „Ausweitung“- und „Einschränkung“-Meldungen der Bauunternehmen ist nach drei Rückgängen in Folge wieder gestiegen – und zwar um 6 auf plus 2 Punkte. Nur noch jedes zehnte Bauunternehmen plant, seinen Personalbestand zu verringern; 12 % wollen ihren Personalbestand erhöhen. Der überwiegende Teil der befragten Bauunternehmen möchte seinen Personalbestand halten (78 %).

Daten - Grafiken

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