Ergebnisse der verbandsinternen Umfrage zur Baukonjunktur Stichtag: 1. Oktober 2013

Die Auswertung der aktuellen Herbstumfrage des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen zur Baukonjunktur kommt zu folgenden Ergebnissen:

Beurteilung der Geschäftssituation
Die Beurteilung der derzeitigen Geschäftssituation hat sich gegenüber der Herbstumfrage 2012 praktisch nicht verändert. So schätzen jetzt mit 78,6 % gegenüber 78,8 % die aktuelle Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend ein. Dementsprechend war der Anteil der schlechten Beurteilungen knapp mit über 21 % der befragten Unternehmen ebenfalls konstant. (Grafik 1)

 

Bei einer spartenmäßigen Betrachtung gab es die positivsten Beurteilungen im Bereich des Wohnungsbaus mit fast 90 %, die die derzeitige Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend beurteilen. Ebenfalls sehr positive Werte konnten der gewerbliche Hochbau mit 75 % sowie der gewerbliche Tiefbau mit fast 95 % aber auch der Straßenbau mit 85 % verzeichnen. Spitzenreiter war das Ausbaugewerbe (z. B. Trockenbau, Isolierbau), wo 100 % die derzeitige Geschäftssituation als gut oder zufriedenstellend bezeichneten.

Eine deutliche Verbesserung zeigte sich gegenüber der Herbstumfrage des Jahres 2012 bei der Beurteilung der Geschäftslage für die nächsten sechs Monate. Der Anteil der positiven Beurteilungen stieg insgesamt, knapp über 70 % der befragten Unternehmen gehen von einer besseren oder unveränderten Geschäftssituation im nächsten Halbjahr aus.

Am positivsten blickten die Unternehmen des Wohnungsbaus in die Zukunft, wo 20 % von einer besseren und 76 % zumindest von einer unveränderten Geschäftssituation in den nächsten sechs Monaten ausgehen. Eine positive Entwicklung war auch im Bereich des Leitungsbaus, wenn auch auf niedrigem Niveau festzustellen. Der Anteil derjenigen, die von einer Verschlechterung der Geschäftslage ausgehen, sank von 54,5 % in der Vorjahresumfrage auf nur noch 34,8 %. Dementsprechend erhöhte sich die Zahl der eher optimistischen Einschätzungen.

Negative Entwicklungen fürchten dagegen die Unternehmen des Straßenbaus, wo die Zahl der pessimistischen Einschätzungen um über 8 % auf 50 % anstieg sowie auch im Bereich des Spezialtiefbaus mit einem Anstieg negativer Einschätzungen um über zehn Prozent auf jetzt 46,7 %. (Grafik 2)

 

Baupreise
Bei der Beurteilung der am Markt erzielbaren Baupreise zeigte sich auch in der aktuellen Herbstumfrage wiederum ein differenziertes Bild. Während sich im Wohnungsbau sowie im gewerblichen Tiefbau deutliche Verbesserungen ergaben (überwiegend kostendeckend 63 bzw. 68,6 %), stieg der Anteil derjenigen, die die am Markt erzielbaren Baupreise als überwiegend nicht kostendeckend bezeichneten, im Straßenbau von 43 auf 50 %.

Am erfreulichsten war auch hier die Entwicklung im Bereich des Ausbaugewerbes. Dort bezeichnen 100 % der Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, die Preise als kostendeckend.

Aktuelle Probleme der Bauwirtschaft
Bei der Auswertung dieser Frage ergaben sich die deutlichsten Verbesserungen. Im Vordergrund steht weiterhin das unauskömmliche Preisniveau. Allerdings gab es gegenüber der Herbstumfrage 2012 einen weiteren Rückgang von 59,6 % der Nennungen auf jetzt nur 32 %. Auch bei allen anderen Problembereichen gab es z. T. sehr große Verbesserungen. So wird der Rückgang der Baunachfrage nur noch von 12,7 % (2012: 36,4 %), die illegale Beschäftigung und Lohndumping von 20,4 % (2012: 31,3 %) und das VOB-widrige Verhalten der öffentlichen Auftraggeber von nur noch 11,0 % (2012: 24,2 %) der befragten Unternehmen als Probleme genannt, mit denen die Bauwirtschaft derzeit am meisten zu kämpfen hat.

Beschäftigtensituation
Auch hier hat sich die Situation gegenüber der Herbstumfrage 2012 noch einmal positiv verändert. Der Anteil derjenigen, die im Bereich der gewerblichen Arbeitnehmer von einer Abnahme der Beschäftigten ausgehen, hat sich gegenüber dem Vorjahr von 9,3 % auf 5,6 % verringert. Von einer Zunahme gehen 12,4 % nach im Vorjahr von 9,3 % der befragten Unternehmen aus.

Im Bereich der Angestellten planen lediglich 2,2 % der befragten Unternehmen nach noch 7,1 % im Jahr 2012 eine Abnahme des Personals. Die große Mehrheit von fast 90 % geht davon aus, dass es zu keinen Veränderungen der Beschäftigtenzahlen in diesem Bereich kommen wird, 9 % planen sogar eine Zunahme des Personals.

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