Europäisches Bauvolumen: Rückgang in allen drei Teilsegmenten

Im Juni dieses Jahres haben die Experten der Euroconstruct-Gruppe die neusten Bauprognosen vorgestellt. Ausgangspunkt sind die voraussichtlichen Baumaßnahmen im Umfang von insgesamt 1,32 Billiarden Euro (in Preisen von 2011).

Insgesamt ist somit mit einem Rückgang der Bauleistungen von rund 2 zwei Prozent im Vergleich zum Jahr 2011 auszugehen. Während im vergangenen Jahr sich das Bauvolumen konstant halten konnte, konnte sich die Hoffnung auf eine Stabilisierung in diesem Jahr nicht bewahrheiten. Auch bei einem Blick in die Zukunft der Jahre 2013 und 2014 dürfte langfristig das Niveau aus dem Jahr 2011 wieder erreicht werden.

Wie schon im vergangenen Jahr wurde die Bauaktivitäten auch dieses Jahr von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst. Dabei machte sich die Internationale Finanzkrise deutlich sichtbar. Auf Grund deutlich gesunkener wirtschaftlicher Aktivität, hoher Arbeitslosigkeit sowie immensen Staatsschulden vieler Mitgliedsstaaten halten sich in einigen Ländern sowohl Privathaushalte, die Unternehmer als auch die öffentliche Hand mit Bauinvestitionen zurück. Daher hängt die weitere Entwicklung der Bauaktivitäten von den ökonomischen Rahmbedingungen ab. Nach einer scheinbaren Stabilisierung zu Beginn dieses Jahres deutet der europäische Gesamtindikator erneut nach unten. Anders als noch vor einem halben Jahr erwartet, dürften die Bauleistungen 2012 in allen drei Teilsegmenten - Wohnungsbau, nicht Wohnungsbau und Tiefbau – abnehmen. Mit einem Minus von ca. einem halben Prozent wird der Rückgang im Wohnungsbau voraussichtlich am geringsten Ausfallen. Von allen drei Bausegmenten dürfte sich auch in den Jahren 2012 – 2014 der Wohnungsbau am besten entwickeln. Deutlich negativ entwickelt sich die Lage in Irland und Spanien jedoch auch in Belgien, Niederlanden und Schweden, wo mit einem deutlichen Rückgang der Wohnungsbauinvestitionen für 2012 gerechnet werden muss. Die auch bei den anderen Teilbereichen sorgen ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen für negative Auswirkungen im Baubereich. Der nicht Wohnungshochbau oder –tiefbau werden in diesem Jahr spürbare Einbußen hinnehmen müssen. Der Rückgang der Bautätigkeit dürfte dabei gut zweieinhalb Prozent bzw. rund vier Prozent betragen. Im Mittel ist für die beiden Teilsegmente von einer unterdurchnittlichen Entwicklung auszugehen. Insgesamt dürfte das europäische Bauvolumen 2014 gerade einmal das Niveau des Jahres 2011 erreichen. Zum Vergleich im Jahre 2008 wurden in den 19-Euroconstruct-Ländern noch 180 Milliarden Euro mehr an Bauleistungen verbaut. Das sind knapp zwölf Prozent mehr.

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