Fachkräftemangel plagt den Straßenbau

13 Prozent der Straßenbauunternehmen gaben im September an, dass ihre Bautätigkeit aufgrund von Arbeitskräftemangel behindert würde. Damit steigt der Arbeitskräftemangel im Straßenbau auf ein Rekordniveau, der höchste Stand seit 1991 nach der Wiedervereingung.

Die Bautätigkeit im Straßenbau hat aufgrund der lang andauernden Frost- und Regenperiode erst spät begonnen - jetzt muss aufgeholt werden was zu Jahresbeginn witterungsbedingt nicht möglich war. Das dokumentieren auch die neuesten Ergebnisse des ifo-Konjunkturtests im September zum
Fachkräftemangel im Straßenbau.

Gemäß den Septemberzahlen des Ifo-Instituts gaben 13 Prozent der befragten Straßenbauunternehmen an, dass ihre Bautätigkeit aufgrund von Arbeitskräftemangel behindert würde, wobei keine Unterscheidung zwischen gewerblichen Personal als auch Führungskräften mit Studienabschluss vorgenommen wird. Zuletzt war der Arbeitskräftemangel nach der Wiedervereingung im Jahr 1991 auf ähnlich hohem Niveau. Im Vergleich zum Bauhauptgewerbe insgesamt - mit einem anteil von 8 Prozent - besteht im Straßenbau ein höherer Arbeitskräftemangel.

In der unten stehenden Graphik wurden die Zahl der arbeitslosen Straßenbaufacharbeiter gegenüber den offenen Stellen für Straßenbaufacharbeiter dargestellt. Gemäß den Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit ist im August 2008 die Arbeitlosenzahl von rund 5.000 auf knapp 3.000 arbeitslose Straßenbaufacharbeiter im August 2013 gesunken. Das entspricht einen Rückgang der arbeitslosen Straßenbaufacharbeiter um 40 Prozent. Die Zahl der offenen Stellen ist im gleichen Zeitraum von rund 700 auf knapp 1.150 gestiegen, ein Anstieg von knapp 65 Prozent.

Die gegenwärtige Situation mag zu einem guten Teil konjunkturell bedingt sein, bekanntlich hat der Straßenbau im Herbst Hochkonjunktur, doch auch unabhängig von konjunkturellen Einflüssen wird sich die Fachkräftesituation mittel- und langfristig verschärfen. Diverse Prognosen verschiedener Institute sagen für die Zukunft eine deutliche Zuspitzung des Fachkräfteengpasses voraus. Eine Ursache liegt sicherlich in der schwierigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt, geeignete und engagierte Auszubildende für die betrieblichen Lehrstellen zu finden. Verschärft wird die Situation durch den bundesweit demographischen Trend, dass sich immer geringere Zahlen von Stellenbewerber auf freie Ausbildungsplätze bewerben. Hinzu kommt die hohe Zahl der Ausbildungsabbrüche, die am Bau besonders eklatant ist.

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