Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute

Die Bauinvestitionen haben im vergangenen Jahr mit einer Rate von 5,8 % expandiert, so kräftig wie seit 1994 nicht mehr. Die schon im Jahr 2010 einsetzende positive Entwicklung hat sich bis zuletzt fortgesetzt, wobei die Bautätigkeit zum Jahresende auch von der vergleichsweise milden Witterung profitierte.

Zu einem großen Teil geht die lebhafte Baukonjunktur auf die Wohnungsbauinvestitionen zurück, die im Jahresdurchschnitt um 6,3 % zulegten. Am aktuellen Rand deuten mehrere Indikatoren auf eine weiterhin kräftige Aufwärtsbewegung hin. Zwar wurde die Bauproduktion im Februar durch die ungewöhnlich kalte Witterung zurückgeworfen.

Die Grundtendenz ist aber unverändert aufwärts gerichtet. Die Baugenehmigungen konnten im Jahresverlauf um nahezu 20 % zulegen. Insgesamt ist der Auftragsbestand im Verlauf stetig gestiegen. Im Prognosezeitraum dürfte der Wohnungsbau zudem davon profitieren, dass Immobilien in Deutschland derzeit verbreitet als wertbeständige Kapitalanlage gelten. Auch bleiben die Hypothekenzinsen wohl im gesamten Prognosezeitraum außergewöhnlich niedrig; zuletzt konnten private Haushalte Baugeld mit anfänglicher Zinsbindung für zehn Jahre zu durchschnittlich 3,6 % aufnehmen. Diese Faktoren dürften zusammen mit der günstigen Einkommensentwicklung der privaten Haushalte den Wohnungsbau auch im kommenden Jahr spürbar stimulieren. Insgesamt dürften die Wohnungsbauinvestitionen im Jahr 2012 um 4,0 % und im Jahr 2013 – auch wegen des hohen statistischen Überhangs – um 6,1% ausgeweitet werden.

Der Wirtschaftsbau verzeichnete im vergangenen Jahr mit 7,2 % den kräftigsten Zuwachs seit 1992. Die Entwicklung der Auftragseingänge und der hohe Auftragsbestand deuten darauf hin, dass die Bauinvestitionen der Unternehmen in der Grundtendenz aufwärts gerichtet bleiben. Stimulierend wirken auch hier die günstigen Finanzierungsbedingungen, die im Prognosezeitraum erhalten bleiben dürften. Zudem verbessern sich die Ertragsaussichten der Unternehmen. Alles in allem dürften die Wirtschaftsbauinvestitionen in diesem Jahr um 0,4 % und im kommenden Jahr um 3,9 % ausgeweitet werden.

Die öffentlichen Bauinvestitionen haben im Jahr 2011 nahezu stagniert. Das Vorziehen von Investitionsprojekten im Rahmen der Konjunkturpakete wirkt im weiteren Prognosezeitraum nach, doch dürfte die sich bessernde Finanzlage der öffentlichen Haushalte sich allmählich bemerkbar machen. Insgesamt werden die öffentlichen Bauinvestitionen im laufenden Jahr um knapp 1 % sinken und im Jahr 2013 um 1,3% zunehmen.

Alles in allem dürften die Bauinvestitionen ihren Aufschwung im Prognosezeitraum fortsetzen. Für das Jahr 2012 erwarten die Institute einen Anstieg um 2,3 % und für das Jahr 2013 um 4,8 % (Abb. 3.6). Dabei steigen die Baupreise in beiden Jahren um 2¾ % und somit ebenso kräftig wie im vergangenen Jahr.

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