Studie: Der deutsche Hochbau weiterhin mit leichtem Wachstum

Nach zwei Jahren der Konsolidierung auf gutem Niveau war 2014 ein insgesamt stabiles Jahr: Der deutsche Hochbau wuchs sehr leicht um 0,3% auf ein Marktvolumen von 212,3 Mrd. € (in Preisen von 2005). Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem weiterhin wachsenden Wohnungsbau (+0,4%), der über zwei Drittel des Hochbauvolumens ausmacht. Der Nichtwohnungsbau konnte sich vom Rückgang des letzten Jahres erholen und wuchs leicht um 0,1%.

Im Allgemeinen war 2014 für die Branche somit ein positives Jahr. Die milde Witterung hat die Branche dabei besonders im 1. Halbjahr 2014 begünstigt, für das 2. Halbjahr 2014 ist bei Auftragseingängen und Baugenehmigungen eine leichte Abschwächung auf hohem Niveau zu konstatieren. Zum Jahresende ist durch den rapiden Verfall des Ölpreises, das Wiederaufflammen der griechischen Schuldenkrise sowie die Ankündigung einer noch expansiveren Politik der EZB eine möglicherweise steigende Volatilität für 2015 und die Folgejahre deutlicher ins Bewusstsein getreten. Aufgrund des hohen Auftragsbestands und des stabilen Nachfrageüberhangs bei Wohnungen in Ballungsräumen bleibt eine insgesamt stabile Entwicklung wahrscheinlich.

Für 2015 erwarten wir wiederum ein sehr leichtes Wachstum von ca. 0,3%. Für den Kerntreiber dieses Wachstums, den Wohnungsbau, prognostizieren wir dabei ein Wachstum von 0,4%. Für den Nichtwohnungsbau rechnen wir mit einem Wachstum von 0,2%. Mittelfristig erwarten wir hier wieder leichtes Wachstum in einer Größenordnung von ca. 0,5% p.a.

Nach leichten Verlusten in 2013 hat sich das Hochbauvolumen in 2014 wieder leicht positiv (+0,3%) entwickelt. Hierfür ursächlich ist der hohe Auftragsbestand sowie die auf einen langjährigen Höchstwert wachsende Zahl von Baugenehmigungen kombiniert mit der ungewöhnlich milden Witterung über das Jahr hinweg.

Das noch weiter abgesunkene, extrem niedrige Zinsniveau, ein Mangel an attraktiven Anlagemöglichkeiten sowie der kontinuierliche weitere Anstieg der Mietpreise führte 2014 zu einem weiter zunehmenden Investitionsvolumen im Wohnungsbau. Dabei sind die regionalen Unterschiede im Wohnungsbau weiterhin sehr hoch.

Der Wirtschaftsbau konnte sich von dem recht starken Rückgang in 2013 (-1,9%) wieder erholen und wuchs marginal mit 0,1%. Verantwortlich für diese Entwicklung ist der Anstieg der Unternehmensinvestitionen, die sich in einem deutlichen Wachstum der Baugenehmigungen widerspiegeln.

Verursacht durch einen anhaltenden Rückgang der Auftragseingänge, das konsequente Streben nach einem ausgeglichenen Bundes-Haushalt sowie das Hinarbeiten auf die Einhaltung der Vorgaben der „Schuldenbremse“ rutschte der Öffentliche Bau 2014 wieder in die Stagnation (gegenüber +1,6% in 2013).

Der Hochbau wurde im Jahr 2014 wieder durch das robuste Wachstum des Wohnungsbaus geprägt. Die Wachstumsraten von 0,2% im privaten und 1,5% im gewerblichen (Mehrgeschoss-)Wohnungsbau sind jedoch nicht mehr ganz so hoch wie 2013. Das Neubaugeschäft wirkt hierbei als alleiniger Wachstumstreiber, während das Renovierungsgeschäft auf dem erreichten hohen Niveau stagniert.

Der Nichtwohnungsbau konnte in 2014 seine Schrumpfung der vergangenen Jahre beenden. Dies resultiert aus einem erhöhten gewerblichen Investitionsvolumen, welches 2014 zu einem leichten Wachstum von 0,1% im Wirtschaftsbau führte. Im Öffentlichen Bau führte der starke politische Wille, die „schwarze Null“ zu erreichen, zu einem Rückgang von Auftragseingängen und einer Stagnation im Bauvolumen.

Quelle: Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants
 

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