Wirtschaftsforschungsinstitute: Bauinvestitionen stagnieren 2013 und legen 2014 um 4,2 % zu

Die Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsforschungsinstitute erwartet im Herbstgutachten für 2013 ein reales Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 %, das sich 2014 auf 1,8 % beschleunigen soll. Die Bauinvestitionen sollen im laufenden Jahr minimal um 0,2 % wachsen, für 2014 wird eine Zunahme von 4,2 % in die Prognose eingestellt.

Unter der Überschrift „Konjunktur zieht an - Haushaltsüberschüsse sinnvoll nutzen“ hat die Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Die deutsche Wirtschaft befinde sich im Herbst 2013 am Beginn eines Aufschwungs. Die lebhaftere Expansion der Weltwirtschaft und die abnehmende Unsicherheit im Zusammenhang mit der Krise im Euroraum würden ein Umfeld schaffen, in dem die günstigen binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder mehr zum Tragen kämen. Die aktuellen Indikatoren wiesen darauf hin, dass die Grundtendenz der Konjunktur aufwärts gerichtet sei.

Eine steigende Beschäftigung und merkliche Lohnzuwächse sorgten bereits seit längerem für eine robuste Entwicklung des privaten Verbrauchs. Dies dürfte sich im weiteren Verlauf des Prognosezeitraumes fortsetzen, da die Erwerbstätigkeit weiterhin deutlich ausgeweitet werde. Die Exporte würden von der sich weiter belebenden Weltwirtschaft angeregt. Die Investitionstätigkeit werde im Prognosezeitraum langsam Fahrt aufnehmen, nachdem sich die Unsicherheit über eine erneute Zuspitzung der Krise im Euroraum verringert habe und sich Absatzperspektiven auf den Weltmärkten aufhellten. Damit würden die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen ihre Wirkungen entfalten. Die Baukonjunktur werde durch das günstige Investitionsumfeld und insbesondere durch das niedrige Zinsniveau gestützt.

Der öffentliche Gesamthaushalt werde dieses Jahr mit einem Überschuss von etwa 3 Mrd. Euro oder 0,1 % in Relation zum Bruttoinlandsprodukt abschließen. Im kommenden Jahr dürfte der Überschuss bei besserer Konjunktur auf 8 Mrd. Euro oder 0,3 % des Bruttoinlandsproduktes steigen. Diese Prognose beruhe auf den zurzeit geltenden Haushalts- und Finanzplanungen. Die Finanzpolitik solle die - auch für die Zeit nach 2014 erwarteten - Haushaltsüberschüsse sinnvoll nutzen. Man könne damit sowohl die kalte Progression abbauen als auch investive Ausgaben in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Forschung finanzieren. Zusätzliche Spielräume ließen sich gewinnen, wenn Steuervergünstigungen abgebaut und Finanzhilfen reduziert würden.

Gingen die Institute im Frühjahr für das laufende Jahr noch von einem realen Wachstum der Bauinvestitionen von 1,1 % aus, wird nunmehr nur noch ein minimales Wachstum von 0,2 % prognostiziert. Bei konstanter Erwartung für den Wohnungsbau wurde die Prognose für den gewerblichen Bau um 2 Prozentpunkte und für den Öffentlichen Bau sogar um 3,4 Prozentpunkte zurückgenommen.

Für 2014 wurde die Bauprognose gegenüber dem Frühjahr deutlich von 2,9 auf 4,2 % nach oben revidiert. Zwar wird für den Öffentlichen Bau mit 8,7 % die höchste Zunahme erwartet, Wachstumstreiber soll allerdings - bei einem Anteil von 58 % an den gesamten Bauinvestitionen - der Wohnungsbau mit einer erwarteten Zunahme von 4,3 % sein.

 

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