Presseinformation vom 03.02.2011

46. Öffentliche Vortragsveranstaltung

Anlässlich der 46. Öffentlichen Vortragsveranstaltung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 3. Februar 2011 in Bremen nahm der Vizepräsident des Verbandes, Dipl.-Ing. Johannes van der Linde, zur derzeitigen Situation der Bauwirtschaft in Niedersachsen und Bremen sowie zu den Konjunkturaussichten für das Jahr 2011 Stellung.

Einleitend erwähnte er den witterungsbedingten Ausfall von vier Produktionsmonaten im Winter 2010, der allerdings aufgrund der besonderen Produktivität und Flexibilität der Unternehmen im Wesentlichen wieder ausgeglichen werden konnte. Erfreulich sei auch, dass die Konjunkturprogramme 1 und 2 der Bundesregierung ihre Wirkung gezeigt hätten.

Eine eher negative Prognose würde sich in diesem Jahr allerdings für den öffentlichen Bau abzeichnen. Trotz immensen Investitionsbedarfs hätten die Kommunen als größte öffentliche Auftraggeber keinen Investitionsspielraum mehr.

Verkehrsinvestitionen des Bundes würden sich von 12 Milliarden aus dem Vorjahr auf 10 Milliarden reduzieren. Herr van der Linde äußerte die Befürchtung, dass Haushaltskonsolidierung und Schuldenbremse zu einer Regentschaft des Rotstiftes bei der Pflege öffentlichen Eigentums und der Fortentwicklung der Infrastruktur führen würden.

Für den Wirtschaftsbau – so van der Linde – würde die Konjunktur zeitversetzt stattfinden. Es bestünde für 2011 erstmals Hoffnung für eine beginnende Erholung und ein geringes Plus. Für die Entwicklung der Häfen, die Hafenhinterlandverkehre und aller damit verbundenen Bauinvestitionen in Produktion und Logistik stelle dies eine besondere Chance dar.

Bei der Energieversorgung erwähnte Herr van der Linde die Auswirkungen des Energiekonzeptes der Bundesregierung. Hier sei es Ziel, bis 2030 mehr als 25 Prozent des gesamtdeutschen Energiebedarfs durch Offshore Windenergie zu generieren. Damit wären – neben den technischen Herausforderungen – milliardenschwere Investitionen u. a. für den Baubereich in Norddeutschland verbunden. Dies sei eine große Chance für die Bauwirtschaft.

Eine erfreuliche Prognose für 2011 würde sich auch beim mehrgeschossigen Wohnungsbau darstellen. Hier sei ein deutlicher Anstieg der Baugenehmigungen zu verzeichnen. Die Gründe sah er in der Generationsentwicklung und dass Investoren nach überstandener Wirtschaftskrise wieder in Immobilien investierten.

Die norddeutsche Bauwirtschaft könne daher, anders als noch im letzten Jahr, mit Optimismus nach vorne blicken.


Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer RA Dr. jur. Wolfgang Bayer
 

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