Presseinformation vom 03.11.2011

Hochschultag der Bauindustrie 2011 Demographischer Wandel stellt neue Anforderungen an die Berufsausbildung

Der nunmehr seit vierzehn Jahren gemeinsam vom Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen und der Ingenieurkammer Niedersach-sen im Ausbildungszentrum Mellendorf des Bauindustrieverbandes veranstaltete Hochschultag bietet Politikern, Vertretern der bauausführenden Wirtschaft und Ingenieurbüros sowie Hochschullehrern eine Plattform für den fachlichen Gedankenaustausch.
Im Vordergrund dieser Veranstaltung stehe, so der Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Bauss. Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, in seiner Einführung, der Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse der baubetrieblichen Praxis, vor allem der gegenwärtige Stand des Hochschulstudiums für Bauingenieure.
Warmbold betonte, dass die berufliche Ausbildung eine der wichtigsten Säulen der Gesellschaft sei und gleichzeitig die wohl größte Herusforderung mit Blick auf die nächsten Jahre durch den demographischen Wandel und den damit einhergehenden Mangel an Fach- und Führungskräften.

Aus Sicht des Verbandspräsidenten würden fehlende Nachwuchskräfte Auswirkungen auf die Perspektiven der Bauwirtschaft haben. So habe sich in den letzten 17 Jahren die Zahl aller Mitarbeiter auf dem Bau in Deutschland zwar halbiert. Dennoch müsse erkannt werden, dass die Bauwirtschaft zukünftig im Rahmen der beruflichen Qualifizierung von Personal in immer größerer Konkurrenz zu anderen Wirtschaftszweigen stehe, die ebenfalls attraktive Berufsperspektiven böten.
Im Bereich der akademisch ausgebildeten Frauen und Männer habe der Baubereich in den letzten Jahren mit großer Sorge die rückläufige Zahl der Ingenieurabsolventen beobachtet. Hinzu trete nach wie vor die Unsicherheit, ob durch den Bologna-Prozess die Ingenieure an den Markt kämen, die von den Unternehmen benötigt würden.
Erfreulicherweise, so Prof. Warmbold, nähmen derzeit die Erstsemesterzahlen für den Beruf des Bauingenieurwesens zu. Es bleibe aber abzuwarten, ob diese Entwicklung der Attraktivität des Berufsbildes des Bauingenieurs oder lediglich dem doppelten Abiturjahrgang zuzurechnen sei.
Darüber hinaus wies Prof. Warmbold darauf hin, dass zukünftig das Prinzip des lebenslangen Lernens durch den demographischen Wandel verstärkt in den Vordergrund rücken werde. So sei eine systematische Aus- und vor allen Dingen Weiterbildung über die Erstausbildung hinaus wichtig. Insgesamt sei, so Verbandspräsident Warmbold, ein stetiger Dialog zwischen Unternehmen und Hochschule beziehungsweise Ausbildungsreinrichtungen betrieblicher und überbetrieblicher Art notwendig, damit der demographische Wandel bewältigt werden könne.
Die wissenschaftlichen Vorträge anlässlich des 14. Hochschultages der Bauindustrie hielten Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und Aufsichtsratsvorsitzender der Bauer Spezialtiefbau GmbH zum Thema: „Wie gelingt die Bewältigung des demographischen Wandels in einem spezialisierten, weltweit agierenden Baukonzern?“ und von der Jacobs University Bremen Prof. Dr. Sven C. Voelpel zum Thema: „Nachhaltiges Demographiemanagement: Beschäftigungsfähigkeit erhalten und steigern“.

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