Presseinformation vom 04.10.2017

Bauindustrie nicht im Fokus der Wahlforderungen der Parteien für die kommende Landtagswahl in Niedersachsen

Die Themen der Bauindustrie hat keine Partei in Niedersachsen für die kommende Landtagswahl im Programm. Die Digitalisierung und Vernetzung der Baubranche, insbesondere die Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau (Building Information Modeling – BIM) von der ersten Planung eines Bauwerks bis zur Gebäudeunterhaltung wird die Bauwirtschaft umfassend und radikal verändern. Bislang sieht keines der Parteiprogramme für die Landtagswahl in Niedersachsen 2017 die entsprechenden Forderungen und Notwendigkeiten die damit bei allen Beteiligten der Wertschöpfungskette Bau und insbesondere der gesamten niedersächsischen Bauverwaltung verbunden sind, vor. Allgemeine Digitalisierungsthemen finden sich ausschließlich in der Bildungs- und Gesellschaftspolitik, im Breitbandausbau, sowie in der Energiepolitik, erklärte der Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen Dipl.-Ing. Thomas Echterhoff.

Die Herausforderungen der Digitalisierung in der Planungs- und Bauwirtschaft sind extrem hoch. Daher ist es dringend erforderlich, dass die gesamte niedersächsische Bauverwaltung mit den Bauverbänden und den Kammern eine Task Force gründet, um den Informationsaustausch zu beginnen, zu beschleunigen und gemeinsame Pilotprojekte zu initialisieren. Darüber hinaus müssen die Möglichkeiten und Konsequenzen von Building Information Modeling in die Digitalisierungsstrategie des Landes Niedersachsen unbedingt einbezogen werden. Dies setzt voraus, dass die Parteien sich auch diesem Thema widmen und in ihr Parteiprogramm für die nächste Landtagswahl mit aufnehmen. Nur so wird es möglich sein, die Realisierung von BIM in der Praxis gemeinsam, flächendeckend und mittelstandsfreundlich zu fördern.

In der künftigen Landesregierung darf nicht verpasst werden die Chance der Digitalisierung auch in der niedersächsischen Baupolitik zu nutzen. Bei der Einführung des Building Information Modeling (BIM) sollte Niedersachsen nicht zurück bleiben. Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben die Digitalisierung im Bauwesen ausdrücklich in ihren Regierungserklärungen herausgestellt. Deshalb müssen die Parteien dieses Thema in Ihre Wahlprogramme aufnehmen und es muss Expertenwissen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschulen generiert werden.

Inzwischen ist das „Digitale Bauen“ ein wichtiger Bestandteil der digitalen Agenda. Große Bauprojekte werden immer komplexer. Die Anforderungen an technische Qualität, Umweltschutz und Bürgerbeteiligung steigen. Modernstes, digitales Bauen kann daher helfen, Kosten und Zeitpläne in Griff zu behalten. Der Bund setzt daher darauf, die Umsetzung von Building Information Modeling ab 2020 für alle am Bau Beteiligten verpflichtend einzuführen.

Die neue Landesregierung sollte es der Bauwirtschaft ermöglichen, sich mit ihrem Regierungsprogramm den neuen Herausforderungen integrativ zu stellen. Dies wird nur möglich sein, wenn die Parteien und damit die neue Landesregierung den Paradigmenwechsel beim Planen und Bauen vorantreibt und ein zukunftsorientiertes BIM für alle unterstützt.

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