Presseinformation vom 05.02.2008

Nach der Landtagswahl - Ausblick auf das Baujahr 2008

Der Aufschwung am Bau wird sich in Niedersachsen und Bremen in abgeschwächter Form auch im Jahr 2008 fortsetzen. Diese Einschätzung gaben der Sprecher des Bezirks und Mitglied des Präsidiums, Dipl.-Ing. Werner Meyer, und die Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer und RA Dr. jur. Wolfgang Bayer, im Rahmen eines Pressegespräches anlässlich der Sitzung der Bezirksgruppe Lüneburg-Celle des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 5. Februar 2008 in Adendorf.

Nach Angaben Meyers wiesen die für die ersten elf Monate des Jahres 2007 vorliegenden Daten zur Baustatistik aus, dass die Auftragseingänge im Verbandsgebiet insgesamt um 12,4 Prozent zugelegt haben. Die Entwicklung sei allerdings nicht in allen Bausparten positiv. So weise nicht nur der Wohnungsbau, sondern auch der Straßenbau im Verbandsgebiet negative Zahlen bei den Auftragseingängen aus.

Für das Jahr 2008 ist nach Einschätzung Meyers zwar noch mit einer Fortsetzung des Bauaufschwungs zu rechnen, aber auf weitaus geringerem Niveau als im Jahr 2007. Darauf deute insbesondere die Entwicklung bei den erteilten Baugenehmigungen, dem Frühindikator für die Entwicklung der Baunachfrage im Hochbaubereich, hin. Diese weist für die ersten elf Monate des Jahres 2007 im Verbandsgebiet Niedersachsen und Bremen ein Minus von 13,4 Prozent aus. Diese negative Zahl wird nach Angaben Meyers nicht mehr ausschließlich vom Bereich der Wohngebäude verursacht. Zumindest in Niedersachsen sind auch die erteilten Baugenehmigungen für Nichtwohngebäude mit 0,6 Prozent leicht ins Minus gerutscht.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nach Einschätzung Meyers fraglich, ob der Wirtschaftsbau, der im Jahr 2007 in erster Linie den Aufschwung getragen habe, diese Funktion auch zukünftig in gleichem Umfang erfüllen könne. Umso mehr werde es darauf ankommen, dass der öffentliche Bau wieder an Fahrt gewinnt und insbesondere die Kommunen die verbesserte Einnahmesituation bei den Steuern dazu nutzen, dringend notwendige Bauinvestitionen in Angriff zu nehmen.

In diesem Zusammenhang verwies Meyer auch auf einen der zentralen Punkte des Forderungskataloges des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen zur Landtagswahl in Niedersachsen, nämlich die dauerhafte Sicherstellung der Bindung der Kommunen an die Vergabeordnung für Bauleistungen (VOB/A). Diese sei durch ein gesetzgeberisches Versehen im Jahre 2006 gelockert worden. Der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen erwarte, dass diese jetzt umgehend wiederhergestellt werde. Dies liege auch im Interesse der Kommunen selbst, da sich die VOB/A seit mehr als 75 Jahren als Instrument transparenter Vergabeverfahren und Bollwerk gegen Korruption bewährt habe.


Verantwortlich: Stellv. Hauptgeschäftsführer Dr. jur. Harald Freise

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