Presseinformation vom 07.03.2013

47. Öffentliche Vortragsveranstaltung - Präsident Prof. Dr. Rolf Warmbold

Anlässlich der 47. Öffentlichen Vortragsveranstaltung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 7. März 2013 in Bremen nahm der Präsident des Verbandes, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, zur derzeitigen Situation der Bauwirtschaft in Niedersachsen und Bremen sowie zu den Konjunkturaussichten für das Jahr 2013 Stellung.

Warmbold stellte fest, dass die baukonjunkturelle Entwicklung im vergangenen Jahr im Großen und Ganzen positiv verlief. Ca. 80 Prozent der Unternehmen hätten die aktuelle Geschäftslage in der Herbstumfrage des Verbandes als „gut“ oder „zufriedenstellend“ bezeichnet. Auf eine positive Weiterentwicklung ließen die  statistischen Zahlen am Jahresbeginn 2013 schließen. Demnach beurteilten auch die Bauunternehmen in ganz Deutschland das Geschäftsklima zum Jahresbeginn als „gut“.

In der Spartenbetrachtung – so Warmbold – würde auffallen, dass sich die einzelnen Baubereiche unterschiedlich entwickelt haben. Der öffentliche Bau würde seit geraumer Zeit größere Sorgen bereiten. Seit dem Auslaufen der Konjunkturprogramme wäre vor allem im Straßen- aber auch sonstigen Tiefbau deutschlandweit ein deutlicher Rückgang erkennbar. Das Problem sei, dass Wachstumsprogramme oft zu spät wirkten.

Positiv hätte sich der Wohnungsbau entwickelt. Nach Jahren rückläufiger Fertigstellungen von Wohnungen würde es erfreulicherweise mit dem Neubau wieder aufwärts gehen.

Ferner erklärte Prof. Warmbold, dass zukünftig auch die Sanierung von Bestandsbauten an Bedeutung gewinnen würde. Dies sei auf die Veränderung der Bevölkerungsstruktur und dem erhöhten Bedarf an Wohnraum in Oberzentren zurückzuführen.

Bei der Energiewende erwähnte Prof. Warmbold, dass von einer Wende oder Teilwende noch wenig zu spüren sei. Er sprach von einer Blockade, die im Kompetenzgerangel einzelner Ministerien mündet und durch Unklarheiten der Aufgabenwahrnehmung auf Länderebene komplettiert würde. Ohne einen entschlossenen Ausbau von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee sowie den notwendigen Ausbau deutscher Hochspannungs- und Verteilnetze wären ansonsten die gesteckten Ziele des Atomausstiegs bis 2022 nicht zu erreichen.

Die Bauwirtschaft betrachtet die Koalitionsvereinbarung der neuen Niedersächsischen Landesregierung mit großer Sorge. Die Regelungen des Koalitionsvertrages lassen Arbeitsplatzverluste im Bereich des Straßenbaus konkret befürchten.

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