Presseinformation vom 07.12.2010

Aufschwung lässt auf sich warten – Bauunternehmen aber

Ein Minus bei der Bauproduktion und ein Plus bei den Auftragsein-gängen. Diese Eckdaten kennzeichnen nach Aussage des Hauptge-schäftsführers des Verbandes, Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer, die Eckdaten der derzeitigen baukonjunkturellen Situation.

Die deutlichsten Rückgänge waren nach den bis September dieses Jahres vorliegenden statistischen Daten im Bereich des gewerblichen Hochbaus zu verzeichnen. Zuwächse im öffentlichen Hochbau konn-ten diese auf Grund des kleineren Volumens dieses Marktsegments nicht kompensieren.

Positiv ist nach Ansicht von Sommer aber zu vermerken, dass sich das Minus bei der Bauproduktion gegenüber den Vorjahreswerten im Laufe des Jahres immer weiter verringert hat. Offensichtlich sei der witterungsbedingte Einbruch am Jahresanfang so gravierend gewe-sen, dass eine lange Zeit der Erholung notwendig sei.

Erfreulicher stellt sich die Situation bei den Auftragseingängen dar. Hier konnte im Verbandsgebiet gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres ein deutliches Plus verzeichnet werden, wobei die Zu-wächse im Bereich des Hochbaus etwas höher ausfielen als im Be-reich des Tiefbaus.

Besonders gut entwickelte sich in Niedersachsen der Sonstige Tief-bau, der im Wesentlichen die Tiefbauarbeiten der öffentlichen Hand umfasst. Ebenfalls erfreulich seien die Zuwächse im Bereich des Wohnungsbaus. Die positive Entwicklung dieses Marktsegments zei-ge sich auch bei den erteilten Baugenehmigungen, dem Frühindikator für die Baunachfrage im Hochbaubereich. Nach langer Zeit konnten auch die erteilten Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser wieder zulegen, was darauf hindeutet, dass es zu der bereits seit langem er-warteten „Bodenbildung“ im Wohnungsbau gekommen ist.

Die weitere Entwicklung der Baukonjunktur kann nach Einschätzung Sommers nicht uneingeschränkt positiv beurteilt werden. So erscheint es unrealistisch, mit einem rasanten Aufschwung im Wirtschaftsbau zu rechnen. Erweiterungsinvestitionen, die mit großen Bauaufgaben verbunden sind, würden erfahrungsgemäß erst dann vorgenommen, wenn sich der Aufschwung aus Sicht der Industrie als nachhaltig er-weise.

Im Bereich des öffentlichen Hochbaus sei damit zu rechnen, dass die auslaufenden Konjunkturprogramme und die beginnende Konsolidie-rung der öffentlichen Haushalte die Perspektiven eintrüben. Die Strei-chung des sogenannten „Zusätzlichkeitskriteriums“ habe zudem dazu geführt, dass vermehrt Investitionen aus Mitteln des Konjunkturpake-tes finanziert worden seien, die andernfalls mit normalen Haushalts-mitteln realisiert worden wären.

Allerdings sei als Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Bau-industrieverbandes Niedersachsen-Bremen ein verhaltener Optimis-mus in den Unternehmen festzuhalten. Die Beurteilung der derzeiti-gen Geschäftslage gegenüber der Herbstumfrage habe sich spürbar aufgehellt. Der Anteil derjenigen, die die derzeitige Geschäftslage als gut oder zumindest zufriedenstellend betrachten, habe sich um fast 20 Prozent auf jetzt über 70 Prozent der befragten Bauunternehmen er-höht.

Auch bei der Beurteilung der Geschäftslage für die nächsten sechs Monate habe sich im Vergleich zur Herbstumfrage 2009 eine spürbare Verbesserung gezeigt.

Verantwortlich: Stellv. Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Freise

Weitere Themen in diesem Bereich:

  • Werte schaffen.
  • Werte erhalten.
  • Bauen gestaltet Zukunft.