Presseinformation vom 09.11.2010

Aufschwung lässt auf sich warten – Bauunternehmen aber verhalten optimistisch

Ein Minus bei der Bauproduktion und ein Plus bei den Auftragseingängen. Diese Eckdaten kennzeichnen nach Aussage des Vorsitzenden des Bezirks Osnabrück-Emsland und Mitglied des Präsidiums des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Dipl.-Ing. Thomas Echterhoff, und der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer sowie Rechtsanwalt Dr. jur. Wolfgang Bayer, die Eckdaten der derzeitigen baukonjunkturellen Situation. Nach Aussage von Echterhoff waren die deutlichsten Rückgänge nach den bis August dieses Jahres vorliegenden statistischen Daten im Bereich des gewerblichen Hochbaus zu verzeichnen. Zuwächse im öffentlichen Hochbau konnten diese auf Grund des kleineren Volumens dieses Marktsegments nicht kompensieren. Positiv ist nach Ansicht Echterhoffs aber zu vermerken, dass sich das Minus bei der Bauproduktion gegenüber den Vorjahreswerten im Laufe des Jahres immer weiter verringert hat. Offensichtlich sei der witterungsbedingte Einbruch am Jahresanfang so gravierend gewesen, dass eine lange Zeit der Erholung notwendig sei. Erfreulicher stellt sich nach Einschätzung Echterhoffs die Situation bei den Auftragseingängen dar. Hier konnte im Verbandsgebiet gegenüber den ersten acht Monaten des Vorjahres ein deutliches Plus verzeichnet werden, wobei die Zuwächse im Bereich des Tiefbaus etwas höher ausfielen als im Bereich des Hochbaus. Besonders gut entwickelte sich in Niedersachsen der sonstige Tiefbau, der im wesentlichen die Tiefbauarbeiten der öffentlichen Hand umfasst. Ebenfalls erfreulich seien die Zuwächse im Bereich des Wohnungsbaus. Die positive Entwicklung dieses Marktsegments zeige sich auch bei den erteilten Baugenehmigungen, dem Frühindikator für die Baunachfrage im Hochbaubereich. Nach langer Zeit konnten auch die erteilten Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser wieder zulegen, was darauf hindeutet, dass es zu der bereits seit langem erwarteten „Bodenbildung“ im Wohnungsbau gekommen ist. Die weitere Entwicklung der Baukonjunktur kann nach Einschätzung Echterhoffs nicht uneingeschränkt positiv beurteilt werden. So erscheint es unrealistisch, mit einem rasanten Aufschwung im Wirtschaftsbau zu rechnen. Erweiterungsinvestitionen, die mit großen Bauaufgaben verbunden sind, würden erfahrungsgemäß erst dann vorgenommen, wenn sich der Aufschwung aus Sicht der Industrie als nachhaltig erweise. Im Bereich des öffentlichen Hochbaus sei damit zu rechnen, dass die auslaufenden Konjunkturprogramme und die beginnende Konsolidierung der öffentlichen Haushalte die Perspektiven eintrüben. Die Streichung des sogenannten „Zusätzlichkeitskriteriums“ habe zudem dazu geführt, dass vermehrt Investitionen aus Mitteln des Konjunkturpaketes finanziert worden seien, die andernfalls mit normalen Haushaltsmitteln realisiert worden wären. Allerdings sei als Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen ein verhaltener Optimismus in den Unternehmen festzuhalten. Nach Angaben Echterhoffs habe sich die Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage gegenüber der Herbstumfrage spürbar aufgehellt. Der Anteil derjenigen, die die derzeitige Geschäftslage als gut oder zumindest zufriedenstellend betrachten, habe sich um fast 20 Prozent auf jetzt über 70 Prozent der befragten Bauunternehmen erhöht. Auch bei der Beurteilung der Geschäftslage für die nächsten sechs Monate habe sich im Vergleich zur Herbstumfrage 2009 eine spürbare Verbesserung gezeigt.

Verantwortlich: Stellv. Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Freise

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