Presseinformation vom 12.02.2008

43. Öffentliche Vortragsveranstaltung

Anlässlich der 43. Vortragsveranstaltung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen nahm der Präsident Prof. Dr. Ing. Rolf Warmbold in seiner Ansprache zur Bauwirtschaft in Bremen und Niedersachsen Stellung. Dabei ging er davon aus, dass sich der Aufschwung am Bau in Niedersachsen und Bremen in abgeschwächter Form auch im Jahr 2008 fortsetzen werde.

Die vorliegenden statistischen Daten der ersten 11 Monate des abgelaufenen Jahres weisen aus, dass die Auftragseingänge im Verbandsgebiet um insgesamt 13,7 Prozent zugelegt haben. Diese positive Entwicklung treffe allerdings leider nicht für den Wohnungs- und Straßenbau zu.

Fraglich sei allerdings, ob der Wirtschaftsbau auch im Jahr 2008 seinen Aufschwung fortsetzen kann. Hierfür müsse der öffentliche Bau wieder an Fahrt gewinnen.

Prof. Warmbold wies darauf hin, dass Investitionshaushalte, insbesondere im Verkehrsinfrastrukturbereich, bei Weitem nicht ausreichen, um dem gestiegenen Verkaufsaufkommen Rechung zu tragen.

In diesem Zusammenhang nannte er als für die Seehäfen bedeutungsvolle Schienenprojekte den Bremer Knoten, die Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven und das dritte Gleis von Stelle bis Lüneburg. Nachgedacht werde auch über einen Ausbau der Heidebahn von Hannover nach Soltau.

Mit großer Sorge sprach Prof. Warmbold von den Haushaltsvoranschlägen im Doppelhaushalt 2008/2009 des Landes Bremen, die für den Baubereich zu gering bemessen seien. Da die Straßenbauin-vestitionen für den Unterhalt fast ganz zusammengestrichen wurden, habe sich dies auf Maßnahmen der BSAG und der Hanse Wasser ausgewirkt.

Darüber hinaus müsse für das Bundesland Bremen zügig die Weichen für den nächsten Bauabschnitt der A281 gestellt werden.

Für Niedersachsen sei die Beendigung des 6-streifigen Ausbaus der A7 dringend notwendig sowie die Planungen für die A22 und der Weiterbau der A39.

Sorgen bereiten der Bauwirtschaft auch die Entwürfe der Landesvergabegesetze in Bremen und Niedersachsen, die in den vorliegenden Fassungen noch nicht akzeptiert werden können.

Auch müsse die Umsetzung von öffentlich-privaten Partnerschaften zügig weiterentwickelt werden. Die Beendigung des PPP-Verfahrens für das Klinikum Bremen-Mitte sei ein falsches Zeichen.

Ein große Problem für die Bauwirtschaft stelle nach wie vor die illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit dar. Zwar sei mit einem Rückgang am Bruttoinlandsprodukt von 14,7 auf 14,2 Prozent zu rechnen, doch mit ca. 38 Prozent entfiele der größte Teil des Schattenwirtschaftsvolumens nach wie vor auf die Bauwirtschaft. Ein Ansatz zur Bekämpfung dieses Problem sei die Einführung der BauCard. Der Verband habe hier zur Machbarkeit ein Gutachten erstellen lassen. Umsetzung stoße aber nicht auf Zustimmung der Auftraggeber.


Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer Dr. jur. Wolfgang Bayer

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