Presseinformation vom 15.11.2011

Baukonjunktur insgesamt mit positiven Vorzeichen – Sorgen im Bereich der öffentlichen Bautätigkeit

Eine positive Entwicklung der baukonjunkturellen Lage in weiten Teilen
der Bauindustrie konnte nach Aussage des Vorsitzenden des Bezirks
Osnabrück-Emsland und Mitglied des Präsidiums des Bauindustrieverbandes
Niedersachsen-Bremen, Dipl.-Ing. Thomas Echterhoff,
sowie die Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Dipl.-Kfm.
Michael Sommer und Rechtsanwalt Dr. jur. Wolfgang Bayer, im Rahmen
der Bezirksgruppenversammlung festgestellt werden. Nach Aussage
von Echterhoff stieg die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe
Niedersachsens, wie auch die Bauproduktion und die Auftragseingänge
auf der Acht-Monats-Basis 2011 gegenüber dem Vorjahr.
Ebenfalls positiv zu verzeichnen war nach Echterhoffs Angaben, dass
sich die Zahl der erteilten Baugenehmigungen im Wohnungsbau und
Nichtwohnungsbau zum Teil deutlich gegenüber den Vorjahreswerten
gesteigert hat. Vergleichbar positiv verlief die Baukonjunktur im Bezirksgebiet
Osnabrück-Emsland.
Dieses Bild spiegelten auch die Ergebnisse der verbandsinternen Umfrage
zur Baukonjunktur vom 1. Oktober diesen Jahres wider. So
schätzten 25 Prozent gegenüber 15 Prozent im Herbst 2010 die derzeitige
Geschäftslage als gut ein. Getrübt wurde dieser Eindruck lediglich
durch die Entwicklung im öffentlichen Bau. Zwar konnte hier
insgesamt ein Plus von 6,9 Prozent bei den Auftragseingängen verzeichnet
werden. Jedoch ging der Auftragseingang im öffentlichen
Tiefbau um 24,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.

Vor diesem Hintergrund mahnte Echterhoff aber auch eine Stärkung
der Investitionen in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur an. Gerade in
Niedersachsen sei der Ausbau der Verkehrswege dringend erforderlich,
um die Wirtschafts- und Personenverkehre in West-Ost- wie auch
in Nord-Süd-Richtung, darüber hinaus aber auch die Hafenhinterlandverkehre
aufnehmen zu können.
Die im Koalitionsausschuss aktuell beschlossene Erhöhung des Verkehrsetat
um eine Milliarde Euro in 2012 ist nach Aussage Echterhoffs
zu begrüßen, aber nicht ausreichend. Ein möglicher Weg zur Auflösung
von Investitionsstaus im Verkehrsinfrastrukturbereich sei auch
die Aktivierung privaten Kapitals, die so genannten A-Modelle zur
Qualifizierung der Bundesautobahnen. Aktuell werde hier der Ausbau
der A 1 von Osnabrück nach Münster als mögliches PPP-Projekt diskutiert.
Allerdings machte Echterhoff deutlich, dass Modelle der privaten
Finanzierung öffentlicher Infrastruktur so ausgestaltet sein müssten,
dass auch mittelständische Bauunternehmen direkt an den Projekten
partizipieren könnten. Bei der derzeitigen Ausgestaltung der
A-Modelle sei dies indes nicht der Fall.
Ferner wies Echterhoff auch auf die gesamtwirtschaftlichen Produktions-
und Beschäftigungswirkungen von zusätzlichen Bauinvestitionen
hin. Hierzu habe das Rheinische-westfälische Institut für Wirtschaftsforschung
Essen im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und
Raumforschung die Auswirkungen von Bauinvestitionen in Höhe von
einer Milliarde Euro untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die gesamte
Produktionswirkung einer zusätzlichen Baunachfrage in Höhe
von einer Milliarde Euro zwischen 2,359 Milliarden Euro beim Bau von
Ein- und Zweifamilienhäusern und 2,552 Milliarden Euro im gewerblichen
Hochbau läge. Der Multiplikator ist dabei zwischen 2,36 und
2,59 und somit mit einem Durchschnittswert von 2,44 anzusiedeln.
Der Gesamteffekt bezogen auf den Arbeitsmarkt liege je nach Bausparte
zwischen 21.053 und 22.523 zusätzlichen Erwerbspersonen.
Der Multiplikator (gesamte zusätzliche Beschäftigung in Relation zur
zusätzlichen Beschäftigung im Baugewerbe) variiere von 1,94 bis
2,94.

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