Presseinformation vom 16.03.2017

Bauindustriepreis 2016 - Modernisierung der Infrastruktur zu langsam

Im Rahmen der Verleihung des Bauindustriepreises 2016 des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 15. März 2017 in Hannover an den Inhaber des Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen, Prof. Dr.-Ing. Markus König, Ruhr-Universität Bochum, nahm der Vizepräsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen e.V., Dipl.-Ing. Johannes van der Linde, vor zahlreichen Gästen der Festveranstaltung auch zu wichtigen aktuellen baupolitischen Fragen Stellung.

Die derzeitige konjunkturelle Lage bezeichnete van der Linde als positiv. Gleichwohl gebe es innerhalb der Bauwirtschaft Anlass zur Sorge. Deutschland komme im internationalen Vergleich mit der Modernisierung seiner Infrastruktur nicht schnell genug voran. Zurzeit führen zu komplexe Prozessstrukturen, ein zu geringer Fokus auf Innovationen und fehlendes Fachpersonal zu Verzögerungen bei vielen Bauvorhaben. Vor diesem Hintergrund warb van der Linde für die Anwendung alternativer Vertragsmodelle und die Verkürzung von Planungszeiträumen. Es müsse möglich sein, z.B. beim Ersatzneubau erheblich kürze Planungs- und Genehmigungsphasen festzuschreiben als für den Neubau.

Das Thema Industrie 4.0 bzw. die Digitalisierung des Bauens durch Building Information Modeling (BIM) genannt, bezeichnet van der Linde als eines der wichtigsten zentralen Zukunftsthemen der Bauindustrie. In der deutschen Baubranche befände sich die Digitalisierung im internationalen Vergleich noch in der Anfangsphase. Insbesondere die öffentlichen Auftraggeber täten sich mit dem Einsatz von BIM noch schwer. Dies müsse sich ändern. Nur wenn Building Information Modeling auch bei allen öffentlichen Auftraggebern ankommt, wird es sich durchsetzen. Hierzu müssten verbindliche Vorschriften und Rahmenbedingungen geschaffen werden.

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