Presseinformation vom 17.01.2013

14. Burggespräch in Bad Bederkesa mit dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dirk Niebel

Zum 14. Burggespräch des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen in Bad Bederkesa konnte der Präsident des Verbandes, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, neben zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, insbesondere den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Herrn Dirk Niebel, begrüßen, der vor der Versammlung einen Vortrag zum Thema „Möglichkeiten der Kooperation mit der Wirtschaft bei Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern“ hielt.

In seiner Begrüßungsrede machte der Verbandspräsident deutlich, dass das abgelaufene Baujahr laut Auswertung der Herbstumfrage zur Baukonjunktur des Verbandes positiv verlaufen sei. Die Umfrage ergab, dass ca. 80 Prozent der Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend einschätzen würden. Allerdings haben sich, wie schon in den Jahren zuvor, die einzelnen Bausparten unterschiedlich entwickelt.

Insbesondere der Wohnungsbau habe sich weiterhin besonders positiv entwickelt. Grund dafür sei, neben dem niedrigen Zinsniveau, die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten, weshalb viele Anleger auf Sachwerte zurückgreifen. Als Sorgenkind bezeichnete Warmbold die öffentliche Hand. So sei nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete eine deutliche Investitionszurückhaltung im öffentlichen Bau erkennbar. Dies bestätige auch der Gemeindefinanzbericht 2012 des Deutschen Städtetages. Im abgelaufenen Jahr wurden demnach Überschüsse in Höhe von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Diese gestiegenen Einnahmen hätten jedoch nicht zu einer Steigerung der Investitionen geführt, so Warmbold weiter. Deutsche Städte, Gemeinde und Landkreise schöben daher einen Investitionsstau von etwa 100 Milliarden Euro vor sich her, wovon allein 24 Milliarden auf die Straßen- und Verkehrsinfrastruktur entfielen.

Prof. Warmbold führte weiter aus, dass die Umsetzung der Energiewende ein weiteres Schwerpunktthema für die Bauindustrie gewesen sei. Derzeit betrüge der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung rund 25 Prozent. Dies bedeute, dass bei der Energiewende erst ein Viertel des Weges geschafft sei. Es sei daher notwendig, dass ein rascher Ausbau der Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee sowie der Ausbau des deutschen Hochspannungs- und Verteilnetzes zügig vorangetrieben würden. Vor diesem Hintergrund müsste vor allem die Akzeptanz der Bevölkerung bei der Durchführung der Trassenplanung gesteigert werden.

Verbandspräsident Warmbold äußerte sich darüber hinaus auch über die Folgen des demographischen Wandels. Dieser führe dazu, dass ländliche Regionen mit wenig Arbeitsplätzen und Infrastruktur vermehrt veröden, während Ballungsräume besonderen Zulauf verzeichnen. Laut Schätzungen von Experten sei es daher notwendig, dass jährlich bis zu 250.000 neue Wohnungen auf den Markt kommen müssen, um der Nachfrage in den Mittel- und Oberzentren gerecht zu werden. Hier sei die Politik gefragt, ihre politischen Steuerungsinstrumente einzusetzen, um die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau, insbesondere für den sozialen Wohnungsbau, besser zu nutzen. Wohnungsbesichtigungen in Großstädten mit 60 und 70 Interessenten, die teilweise ihre Unterlagen in Bewerbungsmappen abgeben, können auf Dauer nicht die Lösung sein. Hier gäbe es noch großen Handlungsbedarf. Es sei daher notwendig, dass bestehende Konzepte an den neuen Bedarf angepasst werden, so Warmbold weiter. Wichtig sei daher, dass eine stärkere Objektförderung im Wohnungsbau sowie im sozialen Wohnungsbau vorgenommen werde.

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