Presseinformation vom 17.11.2008

Vorsichtiger Optimismus der Bauindustrie in Niedersachsen und Bremen

Die Mitgliedsunternehmen des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen verfolgen mit hoher Aufmerksamkeit die Auswirkungen der derzeitigen Finanzkrise auf die Gesamtwirtschaft, im Besonderen für die weitere Entwicklung der Nachfrage im Baubereich. Derzeit lasse sich jedoch noch nicht abschätzen, ob bzw. in welchem Umfang die zukünftige Bautätigkeit beeinflusst werde. Diese Einschätzung gaben der Sprecher des Bezirks und Mitglied des Präsidiums, Herr Dipl.-Ing. Helmut Echterhoff, und die Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer und RA Dr. jur. Wolfgang Bayer, im Rahmen eines Pressegespräches anlässlich der Sitzung der Bezirksgruppe Osnabrück-Emsland des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 17. November 2008 in Osnabrück.

Nach Angaben Echterhoffs gehen alle wichtigen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute inzwischen von einer deutlichen Verlangsamung des Wachstumstempos in Deutschland aus. Für die realen Bauinvestitionen erwarten die Institute im laufenden Jahr im Durchschnitt ein Wachstum von 2,9 Prozent, allerdings für das kommende Jahr einen Rückgang von 0,6 Prozent.

Bislang habe sich die Kapitalmarktkrise - von Ausnahmen abgesehen - erfreulicherweise noch nicht in einer grundlegenden Revision der Investitionsplanungen der gewerblichen Investoren niedergeschlagen. Die Baugenehmigungen im Nichtwohnbau hätten zum Herbst (September 2008) noch deutlich zugelegt und zwar sowohl für Bürogebäude als auch für Werkstatt- und Fabrikgebäude und Handels- und Lagergebäude. Ein Wegfall einzelner Projekte wird nach Einschätzung Echterhoffs aller Voraussicht nach keine dramatischen Auswirkungen auf den Wirtschaftsbau haben. Mittelfristig seien allerdings je nach Länge und Dauer der Krise Rückschläge durchaus möglich. Nicht auszuschließen ist nach Ansicht der Hauptgeschäftsführer des Verbandes aber auch, dass sich einige Investoren, die sich bislang am Finanzmarkt engagiert haben, dem Immobilienmarkt zuwenden würden, der sich anders als in einigen europäischen Nachbarländern bisher als weitgehend stabil erwiesen habe.

Die Entscheidungen der Bundesregierung zur Stabilisierung der Bauwirtschaft sind nach Meinung Sommers und Bayers zu begrüßen; aus Sicht der Bauindustrie ist eine Verstetigung der öffentlichen Baunachfrage jedoch temporär wirkenden so genannten Konjunkturprogrammen vorzuziehen. Begrüßt werden vor allem die Investiti-onsausweitung für den Bereich der Verkehrsinfrastruktur um etwa vier Milliarden Euro für die Jahre 2009 und 2010.

Die Vertreter des Bauindustrieverbandes appellierten in diesem Zusammenhang an die Niedersächsische Landesregierung, alles dafür auf politischer Ebene in die Wege zu leiten, dass ein spürbarer Anteil dieser zusätzlichen Investitionsmittel den Verkehrswegen im Norden und hier insbesondere in Niedersachsen zugute kämen.

Auch im Hinblick auf die Kommunen fordert Echterhoff dazu auf, an der erstmals seit Jahren wieder vorsichtig expansiven Investitionspolitik festzuhalten, um auch ein Gegengewicht gegen Rückgänge in anderen Bereichen zu bilden. Vor allem wäre es falsch, wenn die Kommunen als wichtigste öffentliche Investoren vor dem Hintergrund einer noch immer hohen Kommunalverschuldung mit Blick auf steigende Finanzierungskosten und möglicherweise wieder sinkende Gewerbesteuereinnahmen ihre Bemühungen zum Abbau des Investitionsstaus aufgeben würden.


Verantwortlich: Stellv. Hauptgeschäftsführer Dr. jur. Harald Freise

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