Presseinformation vom 18.08.2009

Konjunkturelle Halbjahresbilanz der Bauwirtschaft in Niedersachen und Bremen

- Öffentliche Bauaufträge wirken teilweise stabilisierend
- Drastischer Einbruch im wirtschaftsbau aber nicht kompensierbar

Die öffentlichen Bauaufträge wirken zumindest in Niedersachen derzeit stabilisierend, können aber die drastischen Einbrüche im Bereich des Wirtschaftsbaus nicht kompensieren. Das ist nach Einschätzung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen die Kernaussage, die sich aus den statistischen Daten des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen sowie des Statistischen Landesamtes Bremen für die Halbjahresbilanz 2009 ableiten lässt.
In beiden Bundesländern ist im ersten Halbjahr 2009 die Bauproduktion- gemessen in geleisteten Arbeitsstunden- mit minus 10,8 Prozent in Niedersachen und minus 13,8 Prozent in Bremen deutlich eingebrochen. Betroffen waren hiervon sowohl der Hochbau als auch der Tiefbau, wobei sich die Entwicklung im erstgenannten Bereich deutlich schlechter darstellte.

Differenzierter ist die Situation bei den Auftragseingängen zu betrachten, die im Verbandsgebiet insgesamt um 4,8 Prozent zurückgingen. Hier waren im gewerblichen Hochbau, der zusammen mit dem gewerblichen Tiefbau im Jahr 2008 einen Anteil von 50,3 Prozent am gesamten Auftragsvolumen der Bauwirtschaft in Niedersachsen und Bremen hatte, mit minus 23 Prozent und in Bremen mit minus 73 Prozent drastische Einbrüche zu verzeichnen. In Niedersachsen wurden diese durch einen Auftragszuwachs im Bereich des öffentlichen Hochbaus von 37 Prozent zumindest zu einem Teil kompensiert. Anders stellt sich die Situation in Bremen dar. Dort fiel der Rückgang im Bereich des öffentlichen Hochbaus mit minus 65 Prozent fast so hoch aus wie im Wirtschaftsbau.

Gegen den Trend konnten die Auftragseingänge im Bereich des Tiefbaus in Niedersachsen mit 2,9 Prozent und in Bremen mit immerhin noch 0,9 Prozent zulegen. Zurückzuführen war dies in Niedersachsen auf ein Auftragsplus im Straßenbau von 24 Prozent, wo hingegen in Bremen der vom öffentlichen Bau dominierte sonstige Tiefbau mit einem deutlichen Zuwachs von 54 Prozent die Bilanz aufhellen konnte.

Mit einer raschen Erholung des Wirtschaftsbaus ist nicht zu rechnen. Dies weisen die statistischen Zahlen über die erteilten Baugenehmigungen aus, dem Frühindikator für die Hochbaunachfrage.

Hier ist im Verbandsgebiet für den Bereich des Nichtwohnbaus im ersten Halbjahr insgesamt ein Rückgang von fast 35 Prozent zu verzeichnen, wobei dieser in Bremen mit minus 62 Prozent doppelt so hoch ausfiel wie in Niedersachsen mit minus 31 Prozent.

 

Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer RA. Dr.-jur. Wolfgang Bayer

 

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