Presseinformation vom 20.11.2012

Bauindustriepreis 2012

Unter großer Beachtung in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung hat der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen am 19. November 2012 in Hannover den diesjährigen Preis der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen verliehen. Das Präsidium des Verbandes hat den Preis 2012 für seine besonderen Verdienste um das Bauwesen

Herrn Volker Holm
Baustadtrat
Magistrat der Stadt Bremerhaven

zuerkannt.

Vor den zahlreichen Gästen der Festveranstaltung führte der Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, einleitend aus, dass das deutsche Bauhauptgewerbe mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden sei.

Ein Blick in die einzelnen Bausparten zeige, dass der Wohnungsbau nach wie vor stark nachgefragt werde. In diesem Teilsegment sei auch zukünftig mit einer positiven Entwicklung zu rechnen, da diese werterhaltende Kapitalanlageform durch die Unsicherheit an den Finanzmärkten weiterhin stark nachgefragt und der Markt zugleich durch einen günstigen Hypothekenzins stimuliert werde.

Der Wirtschaftsbau hat nach Meinung Warmbolds nach einer positiven Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren etwas an Schwung verloren, derzeit sei bei Investitionen in den Wirtschafts- und Logistikstandorten Niedersachsen und Bremen eine Zurückhaltung erkennbar, die auf unsichere Wirtschaftsprognosen zurückzuführen sei.

Bei seiner Analyse der öffentlichen Bautätigkeit kam der Verbandspräsident zu der Feststellung, dass es derzeit noch nicht absehbar sei, ob die Gebietskörperschaften nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme angesichts der kommenden Schuldenbremse bzw. dem Schuldenverbot überhaupt in der Lage seien, bedarfsgerecht zu investieren. Demgegenüber sei unbestritten, dass eine intakte Infrastruktur eine unverzichtbare Basis für anhaltendes Wirtschaftswachstum in Deutschland sei. Leistungsfähige Straßen, Schienen und Wasserwege sowie Kommunikationsstrukturen seien das Rückgrat einer effizienten Volkswirtschaft.

Ein weiteres Thema, so Prof. Warmbold, habe die Bauwirtschaft seit geraumer Zeit besonders stark beschäftigt, nämlich die Auswirkungen der Energiewende. Steigende Energiepreise werden nach Meinung des Verbandspräsidenten auf alle Privathaushalte, aber auch in weiten Teilbereichen auf die gewerbliche Wirtschaft zukommen. Alternative Energieerzeuger müssen an Land, wie auf hoher See ihren Platz finden. Neue Stromtrassen müssen geplant, genehmigt sowie gebaut werden. Darüber hinaus bedürften konventionelle Kraftwerkparks einer Modernisierung, um sich in die dezentrale Energieerzeugung einzugliedern.

Für die Umsetzung der Energiewende in der vorgegebenen Zeit wird es nach Meinung der Bauindustrie entscheidend sein, dass klare Verantwortungsbereiche für Planung und Ausbau geschaffen würden. Ferner müsse die Akzeptanz der Bürger erreicht werden. Dazu gehöre auch, dass Leitungsnetze überall dort, wo dies finanziell und technisch möglich sei, in die Erde gelegt werden, um die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt so gering wie möglich zu gestalten.

Warmbold wies darauf hin, dass die Energiewende jedoch nicht die einzige Veränderung sei, der sich die Gesellschaft, auch die Bauwirtschaft, in den kommenden Jahren stellen müsse. Insbesondere der demographische Wandel werde mit all seinen Anforderungen in der Zukunft eine Rolle spielen. Eine barrierefreie Wohnkultur sowie die zunehmende Beliebtheit von Oberzentren werden den Bereich der Stadtentwicklung und Stadtsanierung beflügeln. So sei der steigende Anteil der älteren Bevölkerung und die Zunahme der Single-Haushalte insbesondere für den Bereich des Wohnungsbaus eine neue Herausforderung für die Bauindustrie. Dazu bedürfe es auch einer Neuausrichtung der Wohnungsbaupolitik.

In diesem Zusammenhang führte Prof. Warmbold wörtlich aus: „Die Aufstockung von bereits bestehenden Förderprogrammen auf Bundes- und Landesebene begrüßen wir, geben aber gleichzeitig zu bedenken, dass die bisherigen Rahmenbedingungen weiter verbessert werden müssen, um den Wandel zu bewältigen.“

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