Presseinformation vom 22.01.2010

Verleihung des Bauindustriepreises 2009 an Landrat Hermann Bröring

Am 21. Januar 2010 hat der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen nach Entscheidung von Präsidium und Beirat der Organisation den Bauindustriepreis 2009 an den Landrat des Landkreises Emsland, Herrn Hermann Bröring, aufgrund dessen hoher Verdienste um das Bauwesen verliehen.

Im Rahmen des Festaktes führte der Präsident des Verbandes, Bauass. Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, in einem kurzen Konjunkturüberblick zu Jahresbeginn 2010 aus, dass den von der Bundesregierung geforderten Sparbemühungen zur Haushaltskonsolidierung zuzustimmen sei. Zu beachten sei allerdings, dass dieses Ziel eher den konsumtiven und weniger den investiven Bereich betreffen müsste; anderenfalls sei die Standardqualität Deutschlands deutlich bedroht.

Die alte Bundesregierung habe mit den Konjunkturpaketen I und II richtigerweise ein großes Investitionsvolumen für den Baubereich auf den Weg gebracht und damit die herausragende Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges für die gesamte Wirtschaft, aber auch als Impulsgeber für die Binnenkonjunktur anerkannt.

Die Bilanz des Baujahres 2009 wird nach Aussage Warmbolds mit einem Minus des baugewerblichen Umsatzes von etwa vier Prozent behaftet sein, die Einbußen im Wohnungsbau und im Wirtschaftsbau von etwa minus 5,5 bzw. minus zehn Prozent hätten auch nicht durch ein Plus im öffentlichen Bau von etwa fünf Prozent kompensiert werden können.

Die konjunkturelle Talsohle habe die Bauwirtschaft allen Frühindikatoren zufolge jedoch noch nicht erreicht. Dies zeige auch der jüngste ifo Konjunkturtest. Nur sechs Prozent der befragten Bauunternehmen gingen aktuell von einer Verbesserung ihrer Lage in den nächsten sechs Monaten aus; hingegen befürchteten 43 Prozent der Befragten eine weitere Verschlechterung ihrer Geschäftssituation.

Der Verbandspräsident betonte, dass ein Aufschwung der Gesamtwirtschaft von mehreren Faktoren abhinge, nicht nur von einem Wiederanziehen der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aus dem In- und Ausland. Wichtig werde sein, dass der Kreditmarkt dem Unternehmenssektor genügend Geld zur Verfügung stelle, um geplante Vorhaben zu finanzieren. Warmbold wörtlich: „Es mehren sich bedauerlicherweise die Anzeichen einer Kreditklemme. Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung meldet zum Jahreswechsel, dass 51 Prozent der Bauunternehmen ihren Banken ein restriktives Kreditvergabeverhalten attestieren.“

Als erfreulich wertete es Prof. Warmbold, dass die Bauunternehmen trotz der krisenhaften Situation auch weiterhin an die Ausbildung von Nachwuchskräften gedacht hätten. Anders als in zurückliegenden rezessiven Phasen wären die Ausbildungsplatzangebote im Baugewerbe im vergangenen Jahr nicht zurückgefahren worden. Es seien wieder über 11.000 Ausbildungsplätze im Bauhauptgewerbe bundesweit neu besetzt worden.

Für das anlaufende Jahr 2010 kam Warmbold zu der Aussage, dass die Bauwirtschaft vor einem schwierigen Jahr stehe und dass die Unternehmen Anlass zur Sorge hätten, dass das Jahr 2011 sogar noch weitere Rückschläge für die Bauinvestitionen bringen werde, wenn die Konjunkturprogramme ausgelaufen seien.

Sicher erscheine ihm jedoch die Erkenntnis, dass sich die Bauwirtschaft flexibel auf alle denkbaren baukonjunkturellen und strukturellen Veränderungen einstellen müsse. Diese Flexibilität sei insbesondere im finanziellen Bereich, aber auch in der Anpassung der Umsätze und in der Personaldisposition erforderlich. Für das Jahr 2010 sollte insbesondere gelten, dass nicht der Umsatz entscheidend sei, sondern das wirtschaftliche Ergebnis. Warmbold wörtlich: „Ich hoffe, dass dieser Appell nicht nur von vielen gehört, sondern auch befolgt wird. Die Unternehmen würden auf gesamter Breite davon profitieren“.


Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer


 

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