Presseinformation vom 27.01.2012

Positive Baubilanz 2011 – Vorsichtiger Optimismus für 2012

Im Rahmen der Verleihung des Bauindustriepreises 2011 am 26. Januar 2012 im Rahmen eines Festaktes in Hannover führte der Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, einleitend aus, dass die Bauwirtschaft bundesweit für das zurückliegende Jahr eine positive Bilanz ziehen könne. Ein Blick in die einzelnen Bausparten zeige für den Wohnungsbau, dass der Aufwind der vergangenen beiden Jahre anhalte. Nach vielen Jahren der Schwäche werde der Wohnungsbau sowohl im Ein- und Zweifamilienhausbau als auch im Mehrgeschoßwohnungsbau in den nächsten Jahren davon profitieren, dass er wieder als werterhaltende Kapitalanlageform gelte. Die Nachfrage werde des Weiteren durch die günstigen Hypothekenzinsen stimuliert.

Der Wirtschaftsbau hat nach Meinung Prof. Warmbolds nach seinem Einbruch vor fast zwei Jahren erfreulicherweise wieder Fahrt aufgenommen. Insbesondere für die Länder Niedersachsen und Bremen stellte er fest, dass die Region wieder als der Logistikstandort wahrgenommen werde, der die besten Wachstumsperspektiven in Zentraleuropa habe.

Die Grundtendenz im Wirtschaftsbau sei positiv und werde auch von den anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen getragen. Wenn auch mit einigen Unsicherheiten behaftet, glaube er dennoch, dass die weiterhin hohe Investitionsbereitschaft der Wirtschaft dem Wirtschaftsbau auch im Jahre 2012 Wachstumsimpulse geben werde.

Für den öffentlichen Bausektor wies der Verbandspräsident darauf hin, dass die öffentliche Bautätigkeit volumenmäßig zwar nicht der größte Sektor sei, von Bauentscheidungen des Staates gingen aber unbestritten große Impulse für private und gewerbliche Bauinvestitionen aus. Die hohen Multiplikatoreffekte für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch Baumaßnahmen sowie deren Beschäftigungsintensität auch über den Bausektor hinaus seien jüngst eindrucksvoll durch eine Untersuchung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt worden.

Im Rückblick auf die nunmehr auslaufenden Konjunkturpakete stellte Warmbold fest, dass das erste Programm, dass zusätzliche Mittel für den Verkehrsinfrastrukturbereich gebracht habe, erfolgreich verlaufen sei, da erstmals seit vielen Jahren der Verkehrsetat des Bundes bedarfsgerecht finanziert worden sei. Das Konjunkturprogramm II hätte natürlich positive volkswirtschaftliche Effekte gehabt, es sei am Bauhauptgewerbe jedoch überwiegend vorbei gelaufen. Im Ergebnis stellte Prof. Warmbold fest, dass eine Verstetigung der Baunachfrage weitaus größere Erfolge für den Staat und die Bauunternehmen bringe als jedes noch so gut gemeinte Konjunkturprogramm.

Die europaweite Zuspitzung der Schuldenkrise werde den Bund, die Länder und die Gemeinden, so Warmbold, auf lange Sicht zu Sparsamkeit zwingen. Hinzu komme, dass die verfassungsgemäße Schuldenbremse zuerst den Bund und in den Folgejahren auch den Ländern die Finanzierungsspielräume für notwendige Staatsausgaben einenge. Der größte Fehler wäre es aber nach Meinung des Präsidenten des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, wenn dabei Investitionen, und hier vor allem Bauinvestitionen, weiter vernachlässigt würden. Eine intakte Infrastruktur sei unverzichtbare Basis für anhaltendes Wirtschaftswachstum in Deutschland. Leistungsfähige Straßen-, Schienen- und Wasserwege sowie Kommunikationsstrukturen seien das Rückgrat einer effizienten Volkswirtschaft.

Prof. Warmbold wörtlich: „Die knappen öffentlichen Finanzmittel müssen effizienter eingesetzt werden. Es wird in Zukunft kein Weg daran vorbei gehen, in größerem Umfang neue Formen der Arbeitsteilung zwischen Staat und privater Wirtschaft, zum Beispiel durch den verstärkten Einsatz öffentlich-privater Partnerschaften, voranzutreiben.“
Des Weiteren müsse der Gedanke der Nutzerfinanzierung öffentlicher Infrastruktur durch die Politik positiv belegt werden. Zur Optimierung seiner Verkehrswege braucht der Staat mehr Geld, und dies werde nur durch die Ausweitung der Straßenmaut auf alle Verkehrsteilnehmer möglich. Die meisten anderen europäischen Staaten haben nach Meinung Prof. Warmbolds diese Notwendigkeit längst erkannt und entsprechend gehandelt.
 

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