Presseinformation vom 27.02.2009

44. Öffentliche Vortragsveranstaltung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen

Am 25. Februar 2009 fand im Park Hotel in Bremen die 44. Öffentliche Vortragsveranstaltung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen statt.

 

In seiner Eröffnungsrede hob der Präsident, Prof. Dr. Rolf Warmbold, hervor, dass die Finanzmarktkrise nunmehr auch drohe, die Bauwirtschaft ganz massiv zu treffen. Erfreulicherweise habe die Politik sehr früh erkannt, dass die Abarbeitung des Investitionsstaus im Bereich des öffentlichen Hochbaus und der Verkehrsinfrastruktur ein gutes Instrument darstelle, um mit öffentlichen Mitteln der Krise entgegen zu steuern. Insbesondere die Aufstockung des Verkehrshaushaltes für die Jahre 2009 und 2010 auf ein Volumen von jeweils 11 Milliarden Euro stelle ein Signal in Richtung einer modernen und leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur dar. Der Verkehrshaushalt sei damit allerdings - so Warmbold - nicht überfinanziert, sondern nach vielen Jahren erstmals wieder halbwegs bedarfsgerecht ausgestattet.

Ausdrücklich begrüßte Warmbold auch das kommunale Investitionsprogramm im Rahmen des Konjunkturpaketes II, das einen Beitrag dazu leisten könne, den Investitionsstau bei Städten und Gemeinden von insgesamt 70 Milliarden Euro teilweise aufzulösen. Dabei sei allerdings keineswegs sicher, dass die zusätzlichen Investitionen im öffentlichen Bereich die sicher zu erwartenden Rückgänge im Wohnungsbau sowie im Wirtschaftsbau kompensieren könnten.

Warmbold kritisierte, dass viele Kommunen Ende des letzten Jahres auf die Investitionsbremse getreten seien. Dies habe seinen Grund vermutlich in überarbeiteten Steuerschätzungen und der Aussicht auf Fördermittel des Bundes und der Länder. Umso wichtiger sei es jetzt, die Aufträge zügig auszuschreiben. Hierzu müssten die entsprechenden Rahmenbedingungen, wie z.B. die Vereinfachung des Vergaberechtes, genutzt werden, ohne dass es dabei zu einer dauerhaften Aushöhlung des Vergaberechtes kommen dürfe.

Warmbold hob abschließend hervor, dass bei allen Maßnahmen und Erwägungen in Zusammenhang mit der Bewältigung der Krise nicht aus den Augen verloren werden dürfe, dass Bauen und Investieren immer auch eine soziale Komponente habe. Die jetzt ergriffenen Maßnahmen seien kein Selbstzweck, sondern sollten in erster Linie der Beschäftigungssicherung von Mitbürgern des Landes dienen. Aufgrund ihrer hohen Beschäftigungsintensität biete gerade die Bautätigkeit gute Voraussetzungen, Wertschöpfung vor Ort zu schaffen und zahlreiche Arbeitsplätze zu sichern.

Im Anschluss an die einleitenden Worten von Warmbold hielt Pater Dr. Dr. Hermann–Josef Zoche einen Vortrag zum Thema „Firmenethik als Erfolgsfaktor- kein Erfolg ohne Freude“: Er legte dar, dass Ethik und Wirtschaft keine Gegensätze sind, sondern vielmehr ethisches Handeln Voraussetzung für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg ist.

Zum Abschluss referierte Bundesfinanzminister a. D. Dr. Theo Waigel zum Thema „Die Finanzwelt im Umbruch“. Er übte in seinem Vortrag deutliche Kritik am Gebaren der Finanzwirtschaft, das die jetzige Krise verursacht hat und sprach sich für effektive Kontrollen des Finanzmarktes aus.

 

Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer Dr. jur. Wolfgang Bayer

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