Presseinformation vom 27.10.2008

Bauindustrie in Niedersachsen und Bremen sieht begrenzte Auswirkungen der Kapitalmarktkrise

Die Bauwirtschaft in Niedersachsen und Bremen wird von den Folgen der Finanzmarktkrise nicht verschont bleiben. Diese Einschätzung gaben die Sprecherin des Bezirks und Mitglied des Präsidiums, Frau Dipl.-Kauffrau Helga Dawe-Curdt, und die Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer und RA Dr. jur. Wolfgang Bayer, im Rahmen eines Pressegespräches anlässlich der Sitzung der Bezirksgruppe Braunschweig-Südniedersachsen des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 27. Oktober 2008 in Braunschweig. Allerdings bestehe die Hoffnung, dass die Baunachfrage vor allem im öffentlichen und gewerblichen Bereich stabiler bleibe als die wirtschaftlichen Prognosen in anderen Wirtschaftsbereichen.

Nach Angaben Dawe-Curdts gehen alle wichtigen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute inzwischen von einer deutlichen Verlangsamung des Wachstumstempos in Deutschland aus. Für die realen Bauinvestitionen erwarten die Institute im laufenden Jahr im Durchschnitt ein Wachstum von 2,2 Prozent, für 2009 mit 0,1 eine Stabilisierung.

Bislang habe sich die Kapitalmarktkrise – von Ausnahmen abgesehen –noch nicht in einer grundlegenden Revision der Investitionsplanungen der gewerblichen Investoren niedergeschlagen. Die Baugenehmigungen im Nichtwohnbau hätten zur Jahresmitte (August 2008) noch deutlich zugelegt und zwar sowohl für Bürogebäude als auch für Werkstatt- und Fabrikgebäude und Handels- und Lagergebäude. Ein Wegfall einzelner Projekte wird nach Einschätzung von Frau Dawe-Curdt aller Voraussicht nach keine dramatischen Auswirkungen auf den Wirtschaftsbau haben. Mittelfristig seien allerdings je nach Länge und Dauer der Krise Rückschläge durchaus möglich. Nicht auszuschließen ist nach Ansicht der Hauptgeschäftsführer des Verbandes aber auch, dass sich einige Investoren, die sich bislang am Finanzmarkt engagiert haben, dem Immobilienmarkt zuwenden würden, der sich anders als in einigen europäischen Nachbarländern bisher als weitgehend stabil erwiesen habe.

Im Bereich des öffentlichen Baus sind nach Ansicht Sommers und Bayers negative Auswirkungen zu erwarten, falls die Steuereinnahmen einbrächen. Dies sei jedoch bislang im Haushaltsjahr 2008 noch nicht zu beobachten. Die öffentlichen Haushalte hätten vielmehr ein Einnahmeplus von vier Prozent erzielt.

Frau Dawe-Curdt appellierte an die öffentlichen Gebietskörperschaften an ihrer erstmals seit Jahren wieder vorsichtig expansiven Investitionspolitik festzuhalten, um auch ein Gegengewicht gegen Rückgänge in anderen Bereichen zu bilden. Vor allem wäre es falsch, wenn die Kommunen als wichtigste öffentliche Investoren vor dem Hintergrund einer noch immer hohen Kommunalverschuldung mit Blick auf steigende Finanzierungskosten und möglicherweise wieder sinkende Gewerbesteuereinnahmen ihre Bemühungen zum Abbau des Investitionsstaus aufgeben würden.


Verantwortlich: Stellv. Hauptgeschäftsführer Dr. jur. Harald Freise

Weitere Themen in diesem Bereich:

  • Werte schaffen.
  • Werte erhalten.
  • Bauen gestaltet Zukunft.