Presseinformation vom 29.01.2008

Bauwirtschaftspolitik 2008

 

Im Rahmen eines Festaktes mit der Verleihung des Bauindustriepreises 2007 des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen an

Dr. Werner Brinker
Vorsitzender des Vorstandes und
Vorstand Vertrieb / Marketing
der EWE Aktiengesellschaft Oldenburg,

formulierte Verbandspräsident Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold Gedanken aus bauunternehmerischer Sicht, wohin die Reise der Bauwirtschaft in den kommenden Monaten des Jahres 2008 gehen werde. Warmbold teilte den verhalten optimistischen Ansatz der gesamten deutschen Bauindustrie, stellte aber für die Bundesländer Niedersachsen und Bremen fest, dass zumindest regional und spartenbezogen der positive Bundestrend bislang in Teilen den hiesigen Baumarkt nicht erreicht habe.

Zur Bundespolitik sei festzustellen, dass die Investitionshaushalte, insbesondere im Verkehrsinfrastrukturbereich, bei weitem nicht ausreichten. Sie seien unter Finanzierbarkeitsaspekten aufgestellt, weit entfernt vom tatsächlichen Bedarf. Gerade in Norddeutschland bereiteten die stark gestiegenen Verkehrsmengen große Probleme. Tagtäglich sei zu erleben, wie sich durch die hohe Verkehrsdichte permanent Staus auf den Autobahnen bildeten.

Prof. Warmbold wies darauf hin, dass es für die in den Verkehrsinfrastrukturbau eingebundene Unternehmen nicht nachvollziehbar sei, dass der Bund entgegen seiner Ankündigungen, das Investitionsvolumen zu steigern, bis zum Jahr 2011 die Infrastrukturinvestitionen zurückführe. Hiervon seien Straßen und Schienenwege gleichermaßen betroffen. Er befürchtete heute schon gravierende volkswirtschaftliche Einbußen im Norden, wenn die ständig ansteigenden Gütermengen und Personenverkehre auf den Verkehrswegen nicht mehr zeitnah und schnell bewältigt werden könnten.

Dies hätte, so Warmbold, auch negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsbau, der aufgrund der positiven Entwicklung der Gesamtwirtschaft im letzten Jahr einen sehr erfreulichen Verlauf genommen habe. Damit diese Entwicklung anhalte, forderte er die handelnden Parteien auf, alles zu unterlassen, was zur Verunsicherung von in- und ausländischen Investoren und damit zu einer Schwächung des Wirtschaftsstandortes Deutschland führen könne.

Für den Wohnungsbau ergibt sich kurzfristig aus Sicht des Verbandspräsidenten keine positive Entwicklung. Vorgezogene Baumaßnahmen wegen des Wegfalls der Eigenheimzulage und des Anstiegs der Mehrwertsteuer hätten die Nachfragewerte in diesem Segment im zurückliegenden Jahr deutlich schrumpfen lassen.

Prof. Warmbold betonte, dass der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen die Arbeit der neuen Landesregierung Niedersachsen nach Kräften unterstützen werde. Er forderte das Land auf, sein Handeln daran auszurichten, dass das Wirtschaftswachstum zwischen Ems und Elbe nicht nur durch Impulse von der Bundesebene getragen werde, sondern auch durch eigene Akzente. Dazu zählte er beispielsweise auf:

  • die Verbesserung der Voraussetzungen für die Umsetzung von öffentlich-privaten Partnerschaften,
  • die rasche Beendigung des sechsstreifigen Ausbaus der A 7,
  • die Planung für die A 22,
  • der Weiterbau der A 39 oder auch
  • die Forderung, die Mauteinnahmen vollständig für den Bundesfernstraßenbau zur Verfügung zu stellen.

Des Weiteren machte er deutlich, dass sich der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen dafür einsetzen werde, das Landesvergabegesetz in Niedersachsen zu entfristen und die Kommunen des Landes auch in Zukunft bei der Vergabe von Bauleistungen an die VOB zu binden.

Vortrag Dr. Werner Brinkers anläßlich der Verleihung des Bauindustriepreises

Laudatio

Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer

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