Presseinformation vom 30.10.2013

Bauindustriepreis 2013 - Festrede Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold

Unter großer Beachtung von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung hat der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen am 29. Oktober 2013 in Hannover den diesjährigen Preis der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen an das Institut für Bauforschung e.V. verliehen. Erstmalig wurde mit dem Preis eine Institution für ihre besonderen Verdienste um das Bauwesen ausgezeichnet.

Vor den zahlreichen Gästen der Festveranstaltung führte der Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, einleitend aus, dass das deutsche Bauhauptgewerbe mit dem bisherigen Jahresverlauf insgesamt zufrieden sei. Zwar seien die Bauinvestitionen in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2013 um 1,8 Milliarden Euro auf ca. 125 Milliarden Euro leicht zurückgegangen, dennoch schaue man positiv in die Zukunft.

Für das Verbandsgebiet Niedersachsen und Bremen weisen die baustatistischen Daten im Zeitraum bis August 2013 bei den Auftragseingängen einen Zuwachs von insgesamt 10 Prozent aus. Besonders positiv entwickelten sich dabei der Wohnungsbau sowie der öffentliche Tiefbau.

Ein leichtes Minus gab es dagegen beim gewerblichen Hochbau. Nach Einschätzung Warmbolds hat die positive Entwicklung der vergangenen Jahre deutlich an Schwung verloren. Insbesondere bei Investitionen in die Wirtschafts- und Logistikstandorte in Niedersachsen und Bremen sei eine deutliche Zurückhaltung erkennbar.

Dies zeige sich auch beim Blick auf die erteilten Baugenehmigungen, dem Frühindikator für die Hochbaunachfrage. Hier habe es im Bereich der Nichtwohngebäude ein sehr deutliches Minus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gegeben. Die Ursachen für diese Entwicklung dürften auch in einer gewissen Marktsättigung liegen, da viele Unternehmen in den letzten Jahren ihre Hochbauprojekte bereits realisiert haben.

Abschließend verwies Prof. Warmbold darauf, dass zukünftig weiterhin verstärkt in die Infrastruktur von Straße, Schienen- und Wasserstraßen in Deutschland investiert werden müsse. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik belege, dass zukünftig mindestens vier Milliarden Euro für den Erhalt der Substanz notwendig wären. So müssten bis 2030 bundesweit über 10.000 kommunale Straßenbrücken – das sind 15 Prozent des Gesamtbestandes – ersetzt werden. Dieser Investitionsbedarf sei gegenwertig höchstens zur Hälfte gedeckt. Im Rahmen der zukünftigen Haushaltsentscheidungen müsse diesem Umstand verstärkt Rechnung getragen werden, um den Werteverzehr zu stoppen.

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