Presseinformation vom 30.11.2010

Hochschultag der Bauindustrie 2010 Anforderungen an die neuen Hochschulabsolventen

Im Rahmen des Hochschultages der Bauindustrie 2010 des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 25. November 2010 im modernisierten Ausbildungszentrum Mellendorf des Verbandes erläuterte Prof. Dr. Johanna Wanka, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, „Niedersächsische Hochschulpolitik vor neuen Herausforderungen“. Vor mehr als hundert Teilnehmern aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Bauwirtschaft, Kammern und Verwaltung unterstrich sie den Zuwachs beim Wissenschaftshaushalt in Niedersachsen trotz der umzusetzenden Haushaltskonsolidierung. Der Zukunftsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und den Hochschulen werde damit abgesichert.

Die Profilierung der niedersächsischen Hochschulen werde sich im Wettbewerb positiv bemerkbar machen. Die Niedersächsische Technische Hochschule (NTH) habe bereits einige Erfolge vorzuweisen. Im Hinblick auf die zurückgehende Bevölkerung plädierte Frau Ministerin Wanka für eine Erhöhung der Studierbereitschaft der Schulabgänger. Im Rahmen der offenen Hochschule könnten diese auch für bildungsferne Schichten geöffnet werden. Im Bauingenieurbereich müsse es darum gehen, mehr als bisher junge Frauen für diesen Beruf zu begeistern. Der Bologna-Prozess schließe flexiblere Studiengänge nicht aus. Es sei durchaus möglich, den Studienabschluss – wie von der Bauindustrie und den Ingenieurkammern gefordert - mit einer zusätzlichen Bezeichnung zu versehen, um den anerkannten akademischen Grad „Diplom-Ingenieur“ zu erhalten.
Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, hatte einleitend betont, dass die Sicherung des Fach- und Führungsnachwuchses ein zentrales Thema für den Wirtschaftszweig sei. Besondere Anforderungen ergäben sich in der Regel aus der Einzelfertigung der Bauwerke bzw. Bauleistungen, auf die die neuen Hochschulabsolventen ausgebildet sein müssten. Im Namen des Mitveranstalters Ingenieurkammer Niedersachsen setzte sich Präsident Hans-Ulrich Kammeyer für eine Nachbesserung des Bologna-Prozesses ein. Die Studiendauer für Bachelor aus dem Bauingenieurwesen sollte mindestens sieben Semester betragen, auch im Hinblick auf das öffentliche Baurecht.

„Drei Jahre Bachelor/Master an der TU-Braunschweig – Erste Erfahrungen und erste Nachbesserungen“ stellte Universitätsprofessor Dr.-Ing. Rainer Wanninger, Studiendekan Bauingenieurwesen, Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, vor. Es handele sich bei dem Bachelor- und dem Masterstudiengang um selbständige Ausbildungen, da nach sechs Semestern Bachelorstudium und -examen die Exmatrikulation erfolge. Die Bewerbung für die Immatrikulation zum Masterstudiengang müsse aber im sechsten Semester erfolgen, obwohl noch nicht alle Prüfungen absolviert seien, die für die Anmeldung berücksichtigt werden müssten. Von den in Braunschweig studierenden Bachelor des Bauingenieurwesens wollten alle den Masterabschluss erreichen. Prof. Wanninger plädierte für ein Wahlrecht zwischen dem Abschlussgrad Master of Science oder Diplom-Ingenieur.

Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Karsten Wischhof informierte zum „Wettbewerbsfaktor Bildung – qualifizierte Bauingenieure stärken die Wirtschaft“. Der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Berufsbildung und Personalentwicklung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie betonte, dass die Bauwirtschaft auf Hochschulabgänger setze, die bei der Realisierung von Baumaßnahmen anstehende Problemlösungen kreativ angehen könnten. Von besonderer Bedeutung sei der Praxisbezug, der vor allem auch in der dualen Ausbildung zum Tragen komme. Das Studium zum Bauingenieur sollte auch Kenntnisse im Baurecht, Baubetriebswirtschaft, Projektsteuerung und zu ÖPP-Modellen vermitteln.
 

Verantwortlich: Hauptgeschäftsführer Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer

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